Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




[Bd. 1, Sp. 19]Abasger, asiatisches Volk in Kolches, nahe am Kaukasus, den Laziern benachbart. Sie verehrten Wälder und hohe Bäume ähnlich den Germanen; von den Laziern (s. d. A.) wurden Bekehrungsversuche unter ihnen gemacht. Kaiser Justinian I. sandte ihnen ihren Landsmann Euphratas, einen Eunuchen des Palastes, der ihnen die Selbstentmannung untersagen sollte, bestellte Geistliche für das Land und ließ dort eine Muttergotteskirche erbauen (Procop. De bello goth. IV, 3; Evagr. H. E. IV, 22; Le Quien, De Patr. Cpl., c. 14. Neander, K.-G. I, 471, 3. A.). Nach dem Tode des hl. Maximus (662) wirkte der hl. Stephan segensreich unter den noch immer nicht völlig bekehrten Abasgern und Laziern (Anast. Presb. ep. ad Theod. Gangr. c. 9; Opp. S. Max. ed. Comb., I, p. LXIX). Im persischen Kriege des Kaisers Heraclius waren die Abasger gleich den Laziern mit den Griechen verbündet, fielen aber von ihnen ab und wurden nachher durch die Intriguen Justinians II. und Leo’s III. von den Alanen mehrfach bedrängt (Theophanes Chron. Migne PP. gr., CVIII, 259 sq. 328 sq.). Mit einem Fürsten von Abasgien und dessen Sohn Georg stand der griechische Patriarch Nikolaus Mystikus (895–925) in freundschaftlicher Verbindung und lobte ihn wegen seines Eifers für die Bekehrung der noch heidnischen Alanen (Nicol. ep. 46. 51. 52. 162; Mai, Spic. Rom. X, 317. 322 sq. 439 sq.). S. Weiteres in den Art. Alania, Albania, Iberien, Lazier.

[J. Card. Hergenröther.]


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