Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.


Abiathar (אֶבְיָתָר). 1. Ein Hoherpriester zu Nob aus der Linie Ithamars, Urenkel Heli’s (2 Sam. 8, 17. 1 Par. 18, 16. Marc. 2, 26), gewöhnlicher Achimelech genannt, den Saul tädten ließ, weil er ihm des Einverständnisses mit David verdächtig schien (s. Achimelech). – 2. Sohn des Vorigen, der ebenfalls auch Ahimelec und Achimelech genannt wurde, wenn nicht etwa 2 Sam. 8, 17 und 1 Par. 18, 16 die beiden Namen durch ein Versehen der Abschreiber umstellt worden sind. Bei der Ermordung seines Vaters rettete er sich durch die Flucht zu David (1 Sam. 22, 20) und wurde von ihm als Nachfolger im hohenpriesterlichen Amte anerkannt (1 Sam. 23, 9). Später erscheint noch unter David neben ihm auch Sadok als Hohepriester (2 Sam. 8, 17. 1 Par. 18, 16; 29, 22), aber es ist nicht ganz klar, in welchem Verhältniß beide zu einander standen. Salomon endlich entfernte Abiathar von seiner Stelle, weil er für Adonias Partei genommen hatte (3 Kön. 1, 7. 25; 2, 26 f.) und erfüllte damit die alte Drohung gegen Heli und sein Haus (1 Sam. 2, 30 ff.).

[Welte.]


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