Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




[Bd. 1, Sp. 393]Alania, ehemalige Metropole der Alanen. Die Alanen waren ein rohes Volk scythischer Abkunft in Kaukasien, am linken Ufer des Don bis zum kaspischen Meere. Durch die Hunnen gedrängt, zogen die meisten an die Ufer der Donau und fielen zur Zeit der völkerwanderung in Verbindung mit den Vandalen in Gallien und Spanien ein, waren später auch Bundesgenossen des Hunnenkönigs Attila, verschwinden aber bald darnach ganz aus der Geschichte. Zur Zeit des Kaisers Justinian nahmen viele Alanen mit den Abasgern (s. d. Art.) die christliche Religion an und erhielten bald Bischöfe. Es blieben aber auch viele noch lange Heiden. Den can. 28 des Concils von Chalcedon (s. d. Art.), demgemäß die Bisthümer unter den Barbaren zum Patriarchat Constantinopel gezogen werden, beziehen die grichischen Canonisten Zonaras und Balsamon auch auf die Bischöfe der Alanen (Binterim, Denkw. I, 2, 557). Die Notitia Leo’s des Weisen führt Alania als besondere Diöcese auf. Die Bischöfe dieser Provinz standen von Anfang an unter Constantinopel; sie erscheinen nur zu Constantinopel auf Concilien; ihre Lebens- und Regierungszeit wird nach dem Pontificate der Patriarchen von Constantinopel angegeben. Nikolaus Mystikus sandte zu den Alanen Geistliche, correspondirte mit ihrem Erzbischof Petrus, ermunterte ihn in seinen Beschwerden und gab ihm an Euthymius einen Gehülfen; denn noch war die christliche Gesittung nicht zur Herrschaft gekommen (Nicol. Mys. Epp. ed. Mai in Spicileg. Rom. X; Hergenröther, Photius I, 538 f.). Die Reihe der näher bekannten Metropoliten beginnt erst unter Patriarch Michael Orita (1143–1146); der Sitz des Metropoliten wird aber nie genannt. Auf Concilien unterschrieb sich derselbe stets als »Alaniae Metropolita«, der letzte wird um 1347 erwähnt. Unter ihm standen zwei Suffraganate: 1. Bitzina (Bizenes). Der erste Bischof, Metropolit titutlirt, wurde von den Alanen als Gesandter an Kaiser Andronikus Paläologus (1283–1328) geschickt; der letzte lebte um 1341 (Moroni, Dizion. V, 254). 2. Kaukasus-Gebirg. Der einzige Ep. Montis Caucasi, Basilius, war ebenfalls bei der Gesandtschaft an den genannten Kaiser (Moroni X, 278). Über die ganze Kirchenprovinz vgl. noch Evagrius, II. E. 4, 19 (al. 22) sq. u. Le Quien I, 1347 sqq.

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