Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




[Bd. 1, Sp. 1110] Apostel, canonisches Gesetz derselben (ὅρος κανονικὸς τῶν ἀποστόλων), ein Titel, unter welchem Bickell sen. (Geschichte des Kirchenrechts, Gießen 1843, I, Beil. 2, 133–137) und nach ihm Lagarde (Reliquiae jur. eccl. gr., Vindob. et Lips. 1856, n. 5, p. 36. 37) nach einer Wiener Handschrift 18 Pönitentialcanones veröffentlichten, die erst dem vierten Jahrhundert angehören. Eine zweite Abtheilung von 25 Canones mit der Überschrift: SS. Apostolorum poenae pro lapsis gab Cardinal Pitra nach zwei vaticanischen Handschriften (Jur. eccl. Graec. hist. et monum., Romae 1864, I, 103–106); sie sind noch jünger als die erstern und darum noch weniger apostolisch. Vielfach mit den Bußregeln de shl. Basilius in Einklang, weisen sie durchaus auf die Bußdisciplin des vierten Jahrhunderts hin.

[J. Card. Hergenröther.]


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