Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




[Bd. 2, Sp. 332]Benedictinerorden, Gesammtheit der Ordensleute, welche nach der Regel des hl. Benedict leben. Dieser Begriff war zu verschiedenen Zeiten verschieden. Im Benedictinerorden sind nun wesentlich drei Perioden zu unterscheiden: in der ersten (vom sechsten bis Mitte des achten Jahrhunderts) galt die Regel des hl. Benedict nur in einzelnen Klöstern als Lebensnorm; in der zweiten (vom neunten bis in’s zwölfte Jahrhundert) war diese Regel so ziemlich allen lateinischen Mönchen vorgeschrieben; in der dritten (bis jetzt) blieb sie geltend neben anderen neueren, wurde selbst die Grundlage neuer Denominationen, und die Benedictiner insbesondere bilden nur einen Theil jener Ordensleute, welche sich zur Regel des hl. Benedict bekennen. Lange vor dem hl. Benedict war das Mönchthum auch über das Abendland verbreitet, bis auf die britischen Inseln und nach Deutschland. Die westlichen Kelten folgten hierbei mehr ägyptischen Mustern, die östlichen Romanen neigten eher zu Basilius hin, dessen Regel durch Rufins Übersetzung den Lateinern bekannter geworden. Doch fing man frühzeitig an, mehr oder minder von der überlieferten Norm abzuweichen und nach eigenem Gutdünken zu leben, so daß Cassian (Inst. 2, 2) klagen konnte: tot propemodum typi ac regulae, quot cellae ac monasteria. Geist und Aufgabe blieb allerdings für den ganzen Mönchstand gleich: wahrhaft christliches Leben in Gehorsam, Entsagung, Gebet und Arbeit für sich, das Kloster oder die Gesammtkirche. Allein die Erfassung dieser Aufgabe und ihre praktische Durchführung hing von den Vorstehern der Klöster, oft von den Mönchen selbst und häufig sogar von außerklösterlichen Personen ab, und so mußte die eingerissene Willkür das Wesen des Standes sowohl als das Heil des einzelnen Gliedes in Gefahr bringen, wie bei den Gyrovagen und Sarabaiten. Diesem Übel gegenüber schrieb der hl. Benedict, sicher nicht ohne göttlichen Einfluß, seinen Schülern eine Regel [Bd. 2, Sp. 333] vor, welche, sogar nach dem Zeugnisse der Gegner, vom Geiste Jesu Christi durchweht ist, die Grundsätze des Evangeliums zu einer klaren und festen Norm für das Mönchsleben kurz zusammenfaßt und, gleich fern von abschreckender Strenge, wie von unziemlicher Weichlichkeit, durch das Gelöbniß der Ortsbeständigkeit und Sittenbekehrung die bezeichnete Gefahr zu beseitigen sucht.

Daß diese Regel nicht für das Stammkloster allein bestimmt sei, beweist sie selbst (c. 40. 48. 55); sie hat auch wegen ihrer Weisheit und Allgemeinheit noch bei Lebzeiten des hl. Ordensstifters theils durch seine Schüler Placidus und Maurus in Sicilien und Frankreich, theils durch andere eifrige Mönche von Monte-Cassino aus in mehreren Klöstern Italiens und selbst in Rom Aufnahme gefunden. Als 580 Cassino von den Langobarden zerstört wurde, und die dortigen Mönche mit der heiligen Regel neben dem Lateran unter der besonderen Obhut der Päpste sich niederließen; als einer der geistvollsten Freunde und ergebensten Bekenner dieser Regel, Gregor d. Gr., 590 sogar den päpstlichen Stuhl bestieg und mit beredten Worten (Dial. II) ihr Lob wie das ihres Verfassers verkündete: da mußte sie von diesem Centrum aus gleichsam von selbst in die bestehenden Klöster dringen. Gregor wirkte auch positiv für ihre Verbreitung; er gründete selbst mehrere Klöster, besonders in Classe bei Ravenna; er sendete 597 die apostolischen Männer Augustin und seine Gefährten, sämmtlich Mönche, zu den Angelsachsen, dort mit dem Evangelium zugleich das Ordensleben nach St. Benedicts Regel zu begründen. So entstanden von Canterbury bis York (627) hinauf so viele Klöster, als Bischofssitze, da der Kathedralclerus bis in’s zehnte und elfte Jahrhundert im Mönchsstande blieb, außerdem viele bedeutende Burgen des Christenthums, das berühmte Westminster (610), Winchester, die nordhumbrischen Klöster Ripon (660), Peterborough (664 geweiht), Hexham, in denen der hl. Wilfrid 665 die Regel des hl. Benedict einführte, Wearmouth (674), Yarrow (662), beide gegründet vom hl. Benedict Biscop, der seit 669 Abt zu St. Peter in Canterbury gewesen u. s. f. Allerdings waren über die britischen Inseln hin gar viele und einflußreiche keltische Klöster verbreitet, welche, den römischen Gebräuchen abhold, auch der aus Rom herkommenden Regel zähe widerstanden. Aber die bereits genannten Männer, dann Ceolfrid, Cuthbert, Aldhelm, zweiter Abt von Malmesbury, Johannes Beverley u. A. strebten ernstlich die Aussöhnung an, und diese kam bald nach 700 fast in ganz England zu Stande. Damit zog auch die Regel des hl. Benedict bei den Kelten ein und hieß dann (z. B. auf der Synode von Cloveshoe, 747) mit Vorzug »die Regel«. Schon wuchs aber auch seit c. 689 in den Klöstern Exeter und Nutscelle Wynfrith (St. Bonifaz) heran, der nebst St. Pirmin vorzüglich unter den rein deutschen Völkern der heiligen Regel ein neues Feld bereiten sollte, während [Bd. 2, Sp. 334] sie in Frankreich und Burgund schon früher allgemein angenommen war. Die Synode von Tours (567) erwähnt sie zwar in ihren Statuten noch nicht; aber bereits Bischof Ferreol von Uzés (gest. 581) scheint sie benutzt zu haben, jedenfalls die Äbte Junian von Mairé in Poitou (gest. 587) und Martin von Vertou bei Nantes (590). Hatte auch zu gleicher Zeit die etwas strengere irische Regel von Bangor, besonders durch den hl. Columban (gest. 615) von Luxeuil aus fast in allen großen Neustiftungen, von Dissentis und St. Gallen an, in Romain-Moutier, Beza, Jumièges, Jouarre, Rebais, St. Omer, Centula bis Sithiu und Romarichsberg (620) herauf sich Eingang verschafft, so kamen doch beide Regeln bald in freundliche Berührung. Schon Bischof Donat von Besançon (gest. 660), das Pathenkind Columbans, verband beide für seine Stiftungen (seit 624), zum Theil sogar auf ausdrückliche Bitten von Klosterfrauen; so auch der hl. Eligius 631 für Solignac u. s. f. (vgl. Montalembert-Brandes, Mönche des Abendl. II, 603 f.). Ja, die große Synode von Autun, unter dem hl. Leodegar um 670 gefeiert, spricht nur mehr von der Regel des hl. Benedict, welche damals selbst in Luxeuil angenommen war und allenthalben die übrigen verdrängte. – In Spanien konnte bei der lebhaften Verbindung der dortigen Bischöfe mit Gregor d. Gr. der hl. Benedict nicht unbekannt bleiben. Gleichwohl finden wir deutliche Spuren von seiner heiligen Regel erst etwas vor 650 in den Statuten, welche der hl. Fructuosus für Compludo und seine anderen Stiftungen gab. – In den rein deutschen Gauen fehlte es zwar auch früher nicht ganz an Klöstern, besonders bei den Alamannen und Bajuvaren; doch war darin die Regel des hl. Benedict kaum im Gebrauch, bis der hl. Pirmin um 724 sie in Reichenau einführte und theils in restaurirte Klöster, wie Schuttern und Gengenbach, theils in neue, wie Schwarzach, Murbach, Maurusmünster, Neuweiler, Weißenburg, Pfeffers, Hornbach, (Nieder-) Altach, verpflanzte. Weiter nördlich brachte sie der hl. Bonifaz schon 722 in das Klösterlein Amöneburg, dann 732 nach Fritzlar, 743 nach Hersfeld, 744 nach Fulda u. s. f. Auf der ersten deutschen Synode konnte er 743 im siebenten Canon verordnen: »Die Mönche und Nonnen sollen die Regel des hl. Benedict einführen und beobachten.« Dieß bestätigte er auf der großen Synode zu Lestines (745) und sandte den Abt Sturm nach Italien, um in den berühmtesten Klöstern die rechte Observanz dieser Regel kennen zu lernen. ein Jahr weilte Sturm auch zu Monte-Cassino, das 718 unter Abt Petronax durch die Päpste wieder in den besten Stand gesetzt worden war (vgl. Migne, Patr. lat. LXXXIX, 1262 sq.). – So war 200 Jahre nach dem Tode des hl. Benedict seine Institution in den maßgebenden Ländern des Occidents zur vollen Anerkennung gelangt und hieß kurzweg »die Mönchsregel« oder »die heilige Regel«; ihre Geschichte bildet für [Bd. 2, Sp. 335] einige Jahrhunderte die Geschichte des lateinischen Mönchthums.

Auf der Grenzscheide der ersten Periode stehen zwei scharf ausgeprägte Typen dieses Standes: der heilige Blutzeuge Bonifaz, der Apostel unseres Landes (gest. 755), und Beda der Ehrwürdige (gest. 735), der eine mehr die innere Aufgabe, der andere die äußere Kraft dieser Lebensnorm symbolisirend. Voll lebendigen Glaubens, in Liebe thätig, festhaltend am apostolischen Stuhle als am Felsen der Einheit, glühten sie vom Verlangen, den wahren Glauben in sich und Anderen zu erhalten und zu fördern, sei es durch die Klosteschule, sei es durch die öffentliche Predigt. Die Reste der alten Bildung sammeln, welche, die Faust der Barbaren noch übrig gelassen, und sie der Nachwelt überliefern in den Schätzen der Bibliotheken oder im lebendigen Lehrwort, Künste und Gewerbe üben und pflegen um Gottes willen und den Boden bebauen in Buße und Demuth, das hielten die Mönche, diese Träger der alten und Vermittler der neuen Civilisation, für ihren Beruf. Sie brachten mehr durch ihre hingebende Sorgfalt und die wirksame Milde ihres Beispiels, als durch ihre Rede, christliche Humanität in die rohen Gemüther. Darum förderten nicht nur die Päpste, deren viele ja selbst unter Benedicts Regel herangebildet worden, sondern auch einsichtsvolle Fürsten eine Lebensform, die zur Verbreitung der Geistes- und Bodencultur sich so ungemein geeignet erwies. Durch Abt Alcuin von Tours und seine Mönche verbesserte Karl d. Gr. die Schule und den unterricht und drang wiederholt auf Errichtung von Klosterschulen (Mon. Germ. LL. I, 53. 65); durch Bischof Liutger und seine Mönche führte er die Friesen und Sachsen dem christlichen Glauben zu; und wo er neue Bischofssitze errichtete, da hatte er zuvor oder gleichzeitig neue Klöster gegründet. Sein Sohn Ludwig ging auf gleichem Wege, ließ 822 von (Alt-) Corbie aus durch Ansgar (Neu-) Corvey gründen, dann Herford u. a., und sorgte für die Bekehrung der Dänen und Slaven durch die Mönche. Wie der Orden sich damals ausbreitete, wie vielseitig und wohlthätig sein Einfluß auf Volk und Land, Staat und Kirche, Literatur und Wissenschaft allenthalben war, mag des Nähern aus Montalembert (l. c. V u. VI), Ziegelbauer (Hist. lit. I), Hurter (Inoc. III., IV) ersehen werden. – Gleichwohl waren die edlen Früchte nicht so leicht zu pflücken, und der geheiligte Weinberg blieb nicht ohne Unkraut: menschliche Gebrechlichkeit wohnt ja überall. Die Stifterfamilien und Landesfürsten glaubten oft ein Recht zur Verfügung über die Klostergüter und die Abtswürde zu haben, und übten dieß schon seit Karl Martell nicht selten zu Gunsten weltlicher Großen, die sie belohnen wollten. Solche Laien aber behandelten die Commende wie ihr Eigenthum. Den Bischöfen waren die meisten Klöster schon wie aus Pflicht commendirt, und auch daraus entstanden nicht wenige Mißhelligkeiten [Bd. 2, Sp. 336] und Unordnungen, indem die Abteien vielfach sich in Tafelgüter verwandelten. Daher das Ringen der Klöster nach Schutz der Päpste und Könige, nach Freiheit der Abtswahl und der Güterverwaltung und nach möglichster Selbständigkeit. Anderseits blieb mehrmals auch die natürliche Schwäche hinter dem anzustrebenden Ideale zurück, und so mußte von Zeit zu Zeit ein neuer Anstoß zum Bessern drängen. Daher eiferte schon auf der großen Synode zu Frankfurt (794) Abt Benedict von Aniane für bessere Beobachtung der heiligen Regel in den Klöstern; Gleiches geschah auf der Reichssynode zu Aachen 802, zu Mainz 813 und umfangreicher auf dem Convente der Äbte zu Aachen 817 (Mon. Germ. LL. I, 200 sqq.), wo auch die Leistungen für die 84 Klöster des Frankenreiches bestimmt wurden (ib. 223 sq.). Zugleich wurden Visitatoren aufgestellt, um sich zu überzeugen, ob ein reguläres Leben geführt werde. Die Seele dieser weithin wirkenden Reformbewegung war der genannte hl. Benedict von Aniane (s. d. Art.). Als er 821 starb, wurde er leider nicht genügend ersetzt, und so zeigten sich die alten Übel da und dort neuerdings. Dazu kam der Mißbrauch, daß Mönche im Genuß der in’s Kloster gebrachten Einkünfte blieben, und daß Äbte und Mönche auch nach der Profeß zu testiren sich herausnahmen. Diese Verletzung des Armutgelübdes führte zur Habsucht und zur Verweltlichung; hinwieder nährte die Gewohnheit, Fürsten und Bischöfe zur Strafe und Verbannung in Klöster zu sperren, das Parteiwesen, welches ohnehin aus der politischen Welt nicht selten verderblich in die Klöster eindrang. Bald kamen noch äußere Feinde: die Dänen verwüsteten England mit seinen Klöstern, die Normannen zerstörten die Klöster an der deutschen und gallisch-fränkischen Küste weit in’s Land hinein; die Ungarn verbrannten viele geheiligte Stätten in Oberitalien, Bayern, Alamannien, Thüringen und Sachsen; die Mauren und Saracenen hatten schon früher in Spanien nichts geschont und bald da, bald dort Galliens und Italiens Küsten bis Luxeuil und Monte-Cassino hinauf heimgesucht. So war denn, besonders am Ende des neunten und im zehnten Jahrhundert, das Mönchthum in großen Verfall gerathen; doch war der Schaden nicht allgemein. In den spanischen Gebirgen blühten immer neue Klöster auf, wie Montserrat (888), und brachten Glaubensprediger und zahlreiche Martyrer hervor. Bei den Hessen ist Raban Maurus, bei den Alamannen zu St. Gallen sind die Ekkehard und Notker, Fulko, Paschasius, Radbert und Hinkmar in Gallien, Dunstan in England genügende Zeugen, daß weder die alte Ordnung, noch die alte Kraft völlig geschwunden war. Sobald einige Ruhe eintrat, erhoben sich auch die meisten Klöster wieder aus ihrem Schutte; manche Fürsten, wie Otto d. Gr., halfen treulich mit; Bischöfe, wie die Konstanzer Salomon und St. Konrad, der Regensburger St. Wolfgang, der Magdeburger St. Adalbert u. s. f., förderten [Bd. 2, Sp. 337] Ordenszucht und Thätigkeit; vortreffliche Äbte, wie der hl. Gerard von Brogné (gest. 959), der die Klöster in Flandern reformirte und leitete, der hl. Godhart, welcher Altach, Kremsmünster, Tegernsee, Hersfeld wieder aufrichtete, Johannes, welcher der Abtei Gorze bei Metz und anderen Klöstern Lothringens zu frischer Blüte verhalf, und viele Andere verbreiteten neues Leben. War auch die professio subjectionis, wodurch sich die Äbte den Bischöfen eidlich zur Unterwürfigkeit verpflichten mußten, damals vielfach eine schneidige Waffe gegen die Klöster und daher die Veranlassung großer Streitigkeiten geworden, so hielt dieser Umstand doch die stetige Entwicklung zum Bessern nicht auf. Denn einerseits nahmen die Päpste aus triftigen Gründen den Äbten der bedeutendsten Klöster diese professio ab und machten sie exemt; anderseits hatte die gewaltig sich ausdehnende Cluniacenser-Congregation (s. d. Art.) dem schädlichen Einflusse einen Damm entgegenzusetzen gewußt.

Zu Clugny war durch die ersten Äbte Berno und Odo (gest. 942) die Regel des hl. Benedict in ihrer Reinheit eingeführt worden. Die Reform wurde bald in viele Klöster, wie Aurillac, Fleury, St. Paul in Rom, St. Augustin zu Pavia, Classe, St. Maur, Marmoutier, St. Denis, Lerins u. s. f., selbst nach England und Polen verpflanzt. Das patriarchalische Ansehen, das der Abt Odilo (gest. 1049) in der ganzen Kirche genoß; der Einfluß, den der hl. Hugo (gest. 1109) auf die Befestigung der kirchlichen Einheit in jenen stürmischen Zeiten ausübte; die opfervolle Thätigkeit, welche Gregor VII., der ehemalige Prior von Clugny, und seine aus dieser Observanz gewählten Gehülfen und Nachfolger, für die Freiheit und Reinheit der Kirche entwickelten – Alles gab jener Congregation einen so mächtigen Aufschwung, daß sie allmälig in Frankreich, Spanien, Italien, England, Deutschland und Polen an die 2000 Klöster umfaßte und mehr oder minder reformirend durchdrang. Sorgfältige Benutzung der Zeit zu Gebet, Arbeit und Studium, genaue Einhaltung des regulären Stillschweigens, treuer Verzicht auf persönliches Eigenthum, dazu der rege Verkehr der Klöster unter einander zum Zweck wissenschaftlicher Thätigkeit und brüderlicher Fürbitte, häufige Visitationen durch die Äbte von Clugny oder bestellte Visitatoren, ferner der Schutz der Päpste für freie Wahl regulärer Äbte und die eifrige Theilnahme an dem Kampfe gegen die herrschenden Laster der Simonie und Unenthaltsamkeit – das alles verlieh diesem Ordenszweige eine ungewöhnliche Kraft und Dauer und einen so vielseitigen Einfluß, daß mit seiner Entwicklung fast die ganze Ordensgeschichte und ein guter Theil der Staats- und Kirchengeschichte verknüpft ist. Durch Abt Odo wurden bereits 936 die römischen Klöster nebst Farfa und selbst Monte Cassino, welche durch weltliche Große und Sarazenen herabgekommen, reformirt. Von Clugny kam Alfieri, der 980 das Kloster Cava (im Neapolitanischen) baute und 70 Jahre lang [Bd. 2, Sp. 338] leitete, der die heiligen Äbte Leo und Desiderius (später Abt von Cassino und Papst) erzog und den Grund zur Congregation von Cava legte. Diese zälte allmälig selbst über 300 Klöster, darunter Monreal in Sicilien, das mit 100 Mönchen anfing und später ein Erzbisthum wurde. Mönch von Clugny war jener Wilhelm, Abt von St. Benigne in Dijon, der 40 Klöster (auch Gorze) reformirte und (1003) Fructuaria in Piemont gründete, von wo aus die Reform durch den heiligen Erzbischof Anno nach Siegburg bei Köln und 1060 nach St. Blasien im Schwarzwald kam. Mönch von Clugny war auch jener hl. Ulrich (aus Regensburg), durch den ein Mönch von St. Emmeram, der selige Abt Wilhelm, die Reform in Hirschau einführte. Dieses Kloster verband sich schon 1082 mit St. Blasien und den übrigen Klöstern auf dem Schwarzwalde und wuchs, mit Clugny affiliirt, zu einer gegen 100 Klöster umfassenden Congregation heran (vgl. P. Giseke, Ausbreitung der Hirschauer Regel, Halle a. d. S. 1877). Bischöfe, besonders der hl. Otto von Bamberg, wie auch weltliche Fürsten und Grafen entwickelten damals einen Eifer in Stiftung von Klöstern, wie er kaum je früher oder später gekannt war. Schaffhausen, Zwiefalten, Mehrerau, Wiblingen, Weingarten, Neresheim, Prüfening, Ensdorf, Biburg, Reichenbach, Scheyern, Oberaltach, Mallersdorf, Formbach, Melk, Göttweig, Seitenstetten, Lambach, Garsten, Admont, Ossiach sind nur einige von den vielen in Süddeutschland. Dazu kamen auch die Niederlassungen schottischer Mönche in Regensburg, Nürnberg, Würzburg, Wien u. s. f., denen eigene Klöster gebaut wurden. Über Zwiefalten her war die Cluniacenser Observanz nach Kladrub in Böhmen gebracht worden. Doch hatten bereits 993 der heilige Bischof und Polenapostel Adalbert mit seinem Bruder Radim (Gaudentius, später Bischof von Gnesen) und seinem Freunde Radla (Anastasius, später Erzbischof von Gran und Bischof von Kalocza) im Alexiuskloster zu Rom Profeß abgelegt und die dortige strenge Observanz nach Brevnow, von da nach Martinsberg in Ungarn und Raigern in Mähren verpflanzt, während ein anderer Mönch von St. Alexius, der Polen- und Preußenapostel Bruno (Bonifatius), die Observanz aus St. Romualds Schule unter die nördlichen Slaven brachte. In Spanien stellte zwar noch 1050 die Synode von Coyaca es den Mönchen frei, die Regel Isidors oder Benedicts zu befolgen. Doch schon König Ferdinand I. (1035–1065) hatte mit Clugny innigen Verkehr. Sein Sohn Alfons VI. nannte sich Obedientiarius des Abtes von Clugny und ließ nach der Eroberung von Toledo (1085) den Cluniacensermönch Bernhard, Abt von St. Facund (Sahagun) in Sagunt, zum Primas von Spanien erwählen; ja Gregor VII. konnte schon 1080 von Cluniacensern sprechen, welche über Spanien hin zerstreut waren. – Jener reformatorische und organisirende Geist beseelte auch noch andere Männer dieser Zeit. Abt Richard von [Bd. 2, Sp. 339] St. Viton in Verdun (gest. 1046) verbesserte und leitete 21 Klöster jener Provinz, Abt Poppo von Stablo (gest. 1048) deren sechs. Graf Robert von Aurillac (gest. 1067), der zu Monte Cassino die strenge Regel geübt hatte, stiftete das Kloster Chaise-Dieu und legte den Grund zu einer Congregation, welche in Frankreich, Spanien und Italien über 290 Klöster hatte. Die Congregation von Clusa in Piemont, der 140 Kirchen, darunter 9 Abteien, unterworfen waren, brachte Abt Benedict II. (gest. 1091) zu herrlicher Blüte; die Congregation von Sasso Vivo bei Foligno, zu welcher 140 Klöster, darunter 20 Abteien gehörten, und worin besonders die Werke der leiblichen und geistlichen Barmherzigkeit ausgeübt wurden, stiftete um 1085 der heilige Abt Menard. Auch die Congregation von Sauve-Majour, welche der hl. Gerhard aus der Picardie (gest. 1098) in Guyenne gegründet hatte, umfaßte 70 Klöster in Frankreich, Spanien und England (vgl. Cirot, Hist. de la Grande-Sauve, 2 voll., Bord. 1844). Kleiner blieb die Congregation der weißen Mönche von Bec in der Normandie, aber um so einflußreicher durch ihre großen Männer Lanfranc und Anselm, von welchen jener die schwarzen Mönche in England reformirte, dieser der theologischen Wissenschaft einen neuen Aufschwung gab. Sicher haben auch sie 1074 auf der normannischen Generalsynode zu Rouen es durchgesetzt, daß im siebenten Canon den Manns- und Frauenklöstern die Beobachtung der Regel des hl. Benedict eingeschärft wurde.

Was die Kleidung betrifft, so war Farbe und Stoff derselben von dem Patriarchen der abendländischen Mönche der freien Wahl oder der Gewohnheit einzelner Länder überlassen worden. Von Ägypten über Lerins und Irland her war mehr die helle, von Griechenland über Monte-Cassino her die dunkle Farbe aus äußeren Gründen in Gebrauch gekommen. Aber im Kampfe gegen die Unenthaltsamkeit des Clerus wurde während des Mittelalters von vielen Mönchsvereinen die weiße Farbe eigens gewählt als Symbol der angelobten Enthaltsamkeit. So that z. B. der hl. Romuald, Mönch und Abt von Classe. Er baute um 990 das Kloster Pereum, bald noch mehrere und legte so den Grund zu jener weitverbreiteten Congregation, welche von Camaldoli den Namen erhielt, sich lange durch strenge Observanz auszeichnete und vortreffliche Männer (bis herab auf Papst Gregor XVI.) aufzuweisen hat (vgl. Bullar, Taur. III, 657 sqq.). Mit ihr verwandt war die Congregation vom heiligen Kreuz zu Fontavellana, deren Urheber 1040 der Bischof Ludolf von Gubbio, deren Hauptförderer der heilige Cardinal Petrus Damiani war. Nach 500 Jahren wurde sie mit der von Camaldoli ganz vereinigt. Aus letzterer ging auch der hl. Johannes Gualbert hervor, welcher 1038 die strenge Reform von Vallumbrosa gründete; diese erhielt als Zeichen großer Einfachheit eisengraue Kleidung, hatte schon 1090 über 15, bald 50 große Klöster und leistete der Kirche im Kampfe [Bd. 2, Sp. 340] gegen die Simonie (besonders durch Cardinal Petrus Aldobrandini, der Feurige genannt) wesentliche Dienste. – Der hl. Stephan, welcher das Kloster Muret bei Limoges baute und 1076 den Orden von Grammont errichtete, hatte zwar nach dem Zeugnisse Papst Gregors VII. das Mönchsleben bei Benedictinern gelernt (Holsten., Cod. reg. II, 303) und deren heilige Regel für seine Statuten benutzt; doch wird weder diese Congregation, noch der Orden der Karthäuser, noch der von Fontevrault und Val des Choux, obwohl sie alle auf St. Benedicts Regel fußen, in der kirchlichen Rechtssprache je dem Orden des hl. Benedict beigezählt. Dagegen gehört zu diesem Stamme die herrliche Reform von Cisteaux. Der heilige Abt Robert von Molesme pflanzte 1098 in der Einöde von Cisterz diesen Zweig, der an Größe und Fruchtbarkeit bald mit dem alten Stamme wetteiferte, der dann in dem hl. Bernhard von Clairvaux die schönste Blüte trieb und in seiner charta charitatis sich eine feste und mustergültige Constitution schuf. Da die Cistercienserabteien weit seltener zu Commenden mißbraucht wurden und von dem Eintritte unberufener und weltlich gesinnter Edelleute mehr verschont blieben, so war auch seltener eine Reform nöthig, wie sie gleichwohl im 17. Jahrhundert durch die Fullienser (Feuillants) und italienische Bernhardiner, im 18. Jahrhundert durch die Trappisten eingeführt wurde und zur großen Erbauung der Kirche heute noch fortbesteht. – Es muß noch einiger kleinerer Congregationen gedacht werden, die das 12. Jahrhundert entstehen sah. Abt Bernhard von St. Cyprian stiftete 1109 das Kloster Tiron mit strenger Observanz, und die darnach benannte Congregation umfaßte schon nach 20 Jahren über 60 Ordenshäuser, selbst in Wales und Schottland. Abt Vitalis von Savigni brachte 1112 eine Congregation von 31 großen Abteien in Frankreich und England zu Stande; doch vereinigte sich diese bald hernach mit Cisteaux, wie es um jene Zeit auch die strengen Gilbertiner in England und die Congregation von Fiore in Italien thaten. Der hl. Wilhelm von Vercelli erbaute 1119 das Kloster Monte Vergine bei Salerno, das Haupt einer bis in’s 15. Jahrhundert blühenden Congregation, welche um 1600 reformirt wurde und damals noch 24 Abteien besaß. Der hl. Johann von Matera stiftete um 1120 die Congregation von Pulsano in Apulien.

Alle diese mannigfaltigen Orden, Observanzen und Denominationen, welche Innocenz III. mit »weit umher und hoch emporgeschossenen Ranken eines in die Einöde der Welt gepflanzten Baumes« vergleicht, bildeten immer noch den Einen Orden des hl. Benedict, wiewohl sie, außer der heiligen Regel und dem Gehorsam gegen den Papst, kein gemeinsames Band hatten. Wo also aus irgend einer Ursache ein Abfall von der Regel und der Idee des Mönchthums eintrat, konnte von jetzt an, bei der ungeheuern Ausdehnung und Verzweigung der Orden, die bessernde Hand fast [Bd. 2, Sp. 341] nur mehr vom Papste oder allgemeinen Concil angelegt werden, wenn nicht etwa ein besonders von Gott begnadigter Mann eine Reform zuwege brachte. In diesem Doppelgeleise bewegt sich die zweite Hälfte der Ordensgeschichte, indem seit 1200 verhältnißmäßig weniger Kraft für Neubildungen, als für Erhaltung oder Wiederbelebung des Alten verwendet wurde. Bevor dieß zur Anschauung kommt, muß auf die große Veränderung hingewiesen werden, die durch das Institut der Laienbrüder in der Ordensfamilie entstand. Auf Grund der Regel blieben bis nach dem Jahre 900 die Mönche durch ihre Profeß und Bestimmung canonisch gleichberechtigt, gleichviel ob sie Laien oder Cleriker, mehr oder minder gelehrt waren. Seit dem 11. Jahrhundert aber – es ist schwer zu sagen, wann und wo thatsächlich zuerst – tritt durchweg ein Unterschied auf zwischen den Mönchen, welche zum Chordienst und Clericat, zu den Studien und höhern Ämtern bestimmt sind (Chorbrüder, monachi literati), und denjenigen Brüdern, welche zum Chordienst nicht verpflichtet, in die Ordnung der Cleriker nicht aufgenommen werden und in mehr körperlichen äußern Diensten beschäftigt sind (Laienbrüder, fratres conversi, illiterati, barbati). Sie unterschieden sich meist von jenen auch durch die Form und Farbe des Gewandes, hatten, wie kein stallum in choro, so kein votum in capitulo, weder actives noch passives, und machten nur sog. einfache Gelübde; ja, es gab fratres oblati, welche ihrem Obern einfach Gehorsam gelobten und als oblati oder donati bloß eine Art aggregirter Bruderschaft bildeten. Der Stifter der Vallumbrosaner übertrug Laienbrüdern alle äußern Geschäfte der Ökonomie und Verwaltung mit der ausgesprochenen Absicht, die eigentlichen Mönche dem Verkehre mit Weltleuten und der Gefahr der Verweltlichung desto leichter zu entziehen. Hat nun auch die allzu einseitige Durchführung dieser Maßnahme wieder andere Übelstände herbeigeführt, so zeigte sich doch, die Einrichtung überhaupt in dem Grade praktisch und nützlich, daß sie von fast allen folgenden Ordensstiftern festgehalten wurde. Diese Institution galt demnach schon wie eine, wenngleich schwache Schutzwehr gegen Verweltlichung, die ja durch die menschliche Schwäche, durch den übel verwendeten Reichthum, durch die Schuld unfähiger und unwürdiger Obern, durch den Einfluß weltlicher Großen, durch die Aufnahme unberufener, genußsüchtiger Mitglieder namentlich aus der vornehmen Gesellschaft, durch den Müßiggang und die Vernachlässigung der Studien und andere Ursachen in den damaligen Ordensstand eingerissen war. Simonie und Eigenbesitz, Unenthaltsamkeit und Verweichlichung, Ungehorsam und Auflösung regulärer Zucht, ja gänzliche Vergessenheit des Berufes machte nicht selten ein Kloster krank bis in das Mark hinein, besonders da, wo das von der Regel bekämpfte Sarabaitenthum durch sog. Obedienzen und Exposituren Einzelner wieder eingeführt wurde. Gegen alle die mannigfachen [Bd. 2, Sp. 342] Schäden richtete sich die Thätigkeit der Päpste und Concilien. Unter Zustimmung von mehr als 400 Äbten verbot Alexander III. auf dem III. Lateranconcil (1179, c. 10) die simonistische Aufnahme der Mönche und Verleihung von Obedienzen, das Einzelnwohnen und den Eigenbesitz der Ordensleute. Innocenz III. wendet sich in seinem generalisirten Decrete für Subiaco (c. 6. Cum ad mon. 3, 25) gegen jede unmönchische Weichlichkeit und Unordnung, namentlich gegen den Krebsschaden des Eigenbesitzes. Ähnlich schreibt er (1214; Bull. Taur. III, 273) an die Cluniacenser und dringt auf die jährlichen Generalcapitel als ein Mittel zur Reform. Schon längst bestand in den Congregationen, wo von einem Stamm- oder Hauptkloster (caput, wie Monte Cassino, Fleury, St. Benigne in Dijon, Lerins, Fulda, St. Claude, Chaise-Dieu, Sauve-Majour, Clugny, Cava, Clusa, Bec u. s. f.) mehrere größere und kleinere Ordenshäuser völlig abhängig waren, die bewährte Einrichtung, daß jährlich alle exponirten Vorsteher im Hauptkloster sich versammelten, Rechnung ablegten, das gemeinsame Beste beriethen und sich im heiligen Vorsatze bestärkten. Wo diese Übung außer Acht blieb, ging es abwärts, weßhalb sie von den Päpsten immer wieder eingeschärft wurde (z. B. 1219 von Honorius III. für Cassino, 1228 von Gregor IX. für die Kirchenprovinz Narbonne, 1233 für Clugny, 1289 durch Nicolaus IV. Bull. Taur. III, 359. 435. 475; IV, 96). Auch die gemeinsamen Berathungen der Äbte, die gerade nicht in strenger Unterordnung zu einander standen, hatten sich von je als sehr wirksam für Förderung guter Observanz erwiesen, so besonders bei den Cisterciensern. Daher gab Innocenz III. 1215 auf dem IV. Lateranconcil unter dem Beifalle von 800 Äbten und Prioren (c. 12. In singulis regnis) die stricte Verordnung, daß diejenigen Klöster, welche noch keine Generalcapitel hätten, in allen Reichen und Provinzen solche von jetzt an alle drei Jahre halten sollten behufs der Reformation und Visitation der Klöster, und zwar anfänglich unter Leitung zweier Cistercienseräbte. Dieß gab den Anstoß zur Bildung jener weitern Congregationen, welche später entstanden und theilweise noch bestehen. An die Ausführung jenes Beschlusses gingen zuerst die Äbte in England und hielten seit 1216 in den beiden Kirchenprovinzen Canterbury und York lange Zeit regelmäßig jedes dritte Jahr Capitel zu großem Nutzen der Disciplin (vgl. Cl. Reyner, Apostolatus Bened. in Angl., Duaci 1626). Es folgten ihnen die »schwarzen Mönche« (dieser damals bereits allgemein gebrauchten Bezeichnung bedient sich von jetzt an auch die kirchliche Rechtssprache) in der Kirchenprovinz Narbonne, entwarfen im J. 1226 treffliche Statuten und ließen sie von Gregor IX. approbiren (Bull. Taur. III, 434 sqq.). Dieser Papst erließ 1233 für die Cluniacenser gleichfalls ein ausführliches Reformstatut (ib. 475 sqq.). Hand in Hand mit diesen Bestrebungen gingen viele Landes- und Provinzialsynoden, [Bd. 2, Sp. 343] wie die zu Paris, London, Oxford, Tours, Mainz, Köln u. a., nicht ohne Nutzen. Aber in Deutschland verhinderten die großen Zerwürfnisse im Reich und Parteiungen in den Provinzen eine rasche und nachhaltige Ausführung des Laterandecrets. Erst nach mehrfachen Mahnungen und Drohungen wurden zwischen 1240 und 1260 einige Ordenscapitel gehalten, ohne jedoch tiefer auf die vielen Schäden einwirken zu können. Was damals und lange noch gut war, blieb es durch die Vortrefflichkeit und den Einfluß tüchtiger Äbte, die niemals ganz fehlten. Auf der Wiener Synode 1267 schweigt Cardinallegat Guido von den Capiteln ganz und verlangt (c. 13) nur, daß die Bischöfe mit Beiziehung von Cistercienseräbten die Klöster der schwarzen Mönche visitiren und reformiren sollen. Gleichwohl wurden hernach wieder Versuche gemacht, Capitel zu halten und Statuten zu geben; allein theils Mönche und Äbte, theils Bischöfe und Fürsten vereitelten auch jetzt den Erfolg (vgl. P. Schmieder, Benedictiner-Ordensreform des 13. Jahrhunderts, Linz 1867). Clemens V. bemühte sich 1311 ernstlich, den »Acker des Herrn, d. i. den Orden der schwarzen Mönche«, von jedem Unkraut zu säubern, verbot manche Mißbräuche und Ausschreitungen, drang auf Studium und Abhaltung der dreijährigen Capitel und wünschte namentlich, daß alle eigentlichen Mönche zu den höhern Weihen befördert würden (Clem. l. III, tit. X). Aber es wurde wenig erreicht, und das Laterandecret selber bot für den Vollzug manche Schwierigkeit. Daher griff Benedict XII. die Reformarbeit mit Aufstellung vollständiger Statuten an. Selbst Cistercienser, gab er für diesen Ordenszweig 1335 die reformirende Constitution »Fulgens sicut stella«, und 1336 für die schwarzen Mönche in der Constitution »Summi magistri«, gewöhnlich Benedictina genannt, nach dem Rathe von sechs gelehrten Äbten eingehende Vorschriften über die Verfassung und das Leben im Orden, sowie über die Mittel guter Disciplin. Jedes Kloster sollte jährlich Generalcapitel, jede Provinz alle drei Jahre Capitel der Äbte halten, womit Visitationen zu verbinden seien. Die höheren Studien wurden sehr betont, und zum Zwecke der Capitel der ganze Orden, der bis nach Constantinopel und in den Orient reichte, in 36 Provinzen getheilt. Von diesen trafen auf Deutschland vier: Mainz und Bamberg (130 Klöster), Köln und Trier (an 60 Klöster), Bremen und Magdeburg (ca. 15 Klöster) und Salzburg (50 Klöster; bull. Taurin. IV, 348 sqq.). Die Bulle ward mit Bereitwilligkeit in den Provinzen aufgenommen; man fing allenthalben an, wieder eifriger Capitel zu halten und die Reform durchzuführen. Die innern Schierigkeiten bei derselben suchte Benedict XII. 1340 durch die Declaration »Dudum pro bono« (ib. 462 sqq.) zu heben. Nicht so leicht war dieß bei den äußern, denn dieser waren gar zu viele. So ließ Kaiser Ludwig der Bayer die Äbte seiner Erbländer nicht einmal zum Capitel nach Salzburg [Bd. 2, Sp. 344] reisen, wo die Bulle promulgirt werden sollte, und verbot ihnen unter Androhung der Confiscation, die Erträgnisse der Güter vor einem Capitel zu fatiren. Anderswo traten andere Besorgnisse der Eifersucht hindernd auf. Dazu kam von Seiten der römischen Curie die Menge von Mandaten, Censuren, Collectionen, Reservaten, Provisionen, welche auch in vielen Klöstern Widerwillen gegen den apostolischen Stuhl erregten. Ferner bürgerte sich mehr und mehr die Ansicht ein, es gehöre das Gut der Klöster der allgemeinen Kirche, eine Rechtsanschauung, aus welcher die vielen Suppressionen, Extinctionen, Translationen, Unionen, nicht ohne manche Willkür und nicht ohne neuen Unwillen hervorzurufen, erfolgten. Die Landesfürsten anderseits behandelten die Klöster nicht selten als Tafelgüter und saugten sie durch Zwangsanleihen und Mißbrauch der Gastfreundschaft elend aus. Daneben herrschte das leidige Commendenwesen. Papst, Landesfürst und Convent, jedes stellte manchmal einen Abt auf; die Prozeßkosten ruinirten dann das Vermögen, der Zwiespalt die Disciplin des Klosters. Oft war das Einkommen zwischen Abt und Convent förmlich getheilt; die Officien hatten sich in feste Pfründen verwandelt, und die auswärtigen Obedienzen wurden ad firmam (für Erlag einer bestimmten Summe jährlich) an Ordensleute verliehen – lauter fressende Übel, die sich durch die päpstlichen Verordnungen noch immer nicht heilen lassen wollten.

Inmitten der vielen Reformversuche von Außen sproßten im Orden selber stets noch neue Blüten ächten Mönchslebens hervor. Ein Vallumbrosaner, der hl. Silvester Gonzelin, gründete 1231 als Abt zu Fano die Congregation der Silvestriner, welche noch bei Lebzeiten des Stifters (gest. 1267) 25 Klöster zählte, 1247 bestätigt, aber 1662 wieder mit den Vallumbrosanern vereinigt wurde. – Petrus von Murrone (als Papst Cölestin V.) legte 1264 im Kloster Majella den Grund zur Congregation der Cölestiner; sie hatte 1294 bei ihrer Bestätigung 23, bald darauf 36, später mehr als 100 Klöster in Italien; in Frankreich bestand ein besonderer Zweig davon mit 19 wohlgeordneten Klöstern (Holsten, Cod. reg. IV, 488 sqq.). – Der hl. Bernhard Tolomeo nahm in der Einöde von Accona um 1318 die Regel des hl. Benedict an und stiftete die Congregation der Olivetaner, welche noch im vorigen Jahrhundert 80 große Klöster hatte. Mit ihr wurde 1582 die Congregation vom heiligen Frohnleichnam vereinigt, welche 1328 zur Anbetung des heiligsten Sacramentes gegründet, 15 Klöster zählte. Mönche der Olivetaner Observanz reformirten selbst andere Klöster, besonders (1370) Monte Cassino. Um 1335 führten die schwarzen Mönche in England die Form der strengen Congregation ein. In Italien zog die genaue Beobachtung der Regel zu Subiaco bald Alumnen aus weiter Ferne, namentlich aus Deutschland, herbei. Mit Hülfe von Camaldulensern stellte 1409 Abt Ludwig Barbo zu St. Justina [Bd. 2, Sp. 345] in Padua die schönste Ordenszucht her. Von diesen Klöstern strömte in Kurzem frische Lebenskraft in größere Kreise. Denn als der Ruf nach Reform an Haupt und Gliedern mit vollem Grunde in der Kirche immer stärker erscholl, drang das Konstanzer Concil, dem viele ausgezeichnete Benedictiner beiwohnten, auf Verbesserung auch dieses Ordens. So wurden einerseits dem Abte von St. Justina seit 1415 stets mehr Klöster übergeben und jene blühende Congregation gegründet, die seit der Vereinigung mit dem Stammhause des Ordens (1503) die Cassinensische heißt, zur Blütezeit mehr als 190 Klöster umfaßte und die Reform auch nach Sicilien (St. Nicolas von Avenes) und Frankreich (Lerins) brachte. Anderseits berief 1416 das Concil aus Deutschland, wo bereits Abt Otto von Kastel (gest. 1399) in einem engern Umkreise von Bayern und Schwaben eine bessere Ordnung angebahnt hatte, ein Capitel der Äbte von 131 Klöstern der Kirchenprovinz Mainz. Unter Leitung eines französischen und eines englischen Abtes ward dasselbe 1417 zu Petershausen gehalten und entwarf zweckmäßige, der Benedictina entsprechende Statuten; diese wurden vom Concil approbirt, und die Capitularen gelobten eidlich die Einführung derselben (Trith. Chron. Hirsaug. II, 347 sqq.; v. d. Hardt, Constant. conc. I, p. XXVI). Mit löblichem Eifer wurden nun alle zwei, seit 1429 alle drei Jahre deutsche Provinzialcapitel gehalten, Visitatoren aufgestellt, manche gute Einrichtungen getroffen; aber mit der vollen Reform ging es langsam. Auf Betrieb des Herzogs Albert V. von Österreich sandten 1418 Papst und Concil den Prior Nicolaus von Mazen mit etlichen Mönchen aus Subiaco nach Melk und bestellten ihn zum Abt. Er brachte das Kloster bald zu solcher Blüte, daß von hier aus eine Observanz (die Melker Reform) durch Äbte, Prioren und Visitatoren in viele andere Klöster von Süddeutschland überging; doch bildete man keine eigentliche Congregation, sondern betheiligte sich an den allgemeinen Capiteln (Schramb, Chron. Melic. 309 sqq.). Um die Konstanzer Statuten ernstlich durchzuführen, erhielt Johann Dederoth von Minden duch Verwendung der Herzogin von Braunschweig 1430 die verfallenen Abteien Clus und Bursfeld, während Abt Johann Rhode sein Kloster St. Matthias bei Trier auf’s Beste reformirte. Durch sie entstand die Bursfelder Union, im weiteren Sinne Congregation genannt, da die verbündeten Klöster selbständig blieben und keinem Hauptkloster unterworfen waren, aber jährliche Capitel und einen freigewählten Präsidenten hatten. Sie wurden sehr gefördert durch Johann von Hagen, Abt zu Bursfeld (1439–1468), und durch den päpstlichen Legaten Cardinal Nicolaus von Cusa, der als Generalvisitator (1451) um die Reform des Benedictinerordens in ganz Deutschland sich die größten Verdienste erwarb (vgl. Evelt, Die Anfänge der Bursfelder Congr., Münster 1865). Diese Union erhielt sich trotz mannigfacher Erschütterungen [Bd. 2, Sp. 346] fast bis zur Säcularisation. Wiewohl der großartige Plan Pius’ II., alle Klöster Deutschlands in Eine Congregation zu vereinen, nicht zur Ausführung kam, so waren die Bursfelder doch für die deutsche Zunge das, was die Cassinenser für die Romanen. Von Cassino aus wurde 1443 Montserrat, das spanische Heiligthum, reformirt. Doch hatten auch Mönche aus Nogal, einer Dependenz des Cluniacenserklosters Sahagun, um 1390 zu St. Benedict in Valladolid eine so schöne und dauernde Ordnung eingeführt, daß seit 1450 immer mehr Ordenshäuser, 1493 selbst Montserrat und später, auf Betrieb Ferdinands des Katholischen, alle spanischen Klöster jene Observanz annahmen und die Congregation von Valladolid bildeten, die nahezu die Form der Cassinensischen hatten. Aus Montserrat entsendete auf Verlangen des Königs Ferdinand der fromme Abt Garcias de Cisneros 1493 den Mönch Bernhard von Buil (Boil) als ersten Glaubensboten und Bischof mit zwölf Gefährten nach Westindien, wo mehrere von ihnen des Martertodes starben. Aus Montserrat wurde 1635 die Observanz selbst nach Böhmen (Emaus) eingeführt. Inzwischen hatten die spanischen Mönche schon seit 1558 die Klöster in Portugal reformirt und zu einer ansehnlichen Congregation vereinigt; diese verpflanzte 1581 den Orden nach Brasilien und verbreitete ihn von Bahia aus weiter. In den scandinavischen Ländern waren wohl die ohnehin wenigen Benedictinerklöster den Birgittinermönchen von Wadstena eingeräumt worden; aber in dem neubekehrten Litauen erhob sich die Neustiftung Trok, eine Tochter des älteren Tiniecz bei Krakau. In Frankreich gab um 1500 das Kloster Chezal Benoît (Cassalis Benedicti) einer gut reformirten Congregation den Namen, und in Italien stiftete um 1520 der Camaldulenser Paul Justiniani die Eremitencongregation Montis Coronae (Grotona) unter der Regel des hl. Benedict. So regte sich vielfach neues Leben, besonders im Westen.

Allein in den östlichen Provinzen der lateinischen Kirche, besonders im alten Illyrien, in Ungarn und bei den Südslaven, hatte der Halbmond die Ordensinstitute schwer geschädigt. Anderwärts trieb der Weltgeist manche Abtei dahin, die nicht mehr gehaltene Regel ganz wegzuwerfen, nach Trithems Axiom: ex malis monachis pessimi canonici. Die Husiten wütheten in Böhmen und dessen Nachbarschaft; in Frankreich und anderwärts brachte das Unwesen der Commenden neuerdings unbeschreiblich viel Schaden. In Deutschland unterlagen die Klöster den ärgsten Wechselfällen, die erst mit dem westfälischen Frieden sich minderten. Während Österreichs Herrscher 1523 alle Klöster als »Kaiserlicher Majestät rechte Kammergüter ab immemorabili« erklärten, aber in praxi milde behandelten, drangsalirten die protestantisch gewordenen Fürsten und Städte »um des lauteren Evangelii willen« die Mönche, wie sie nur konnten. Die Einen wurden verjagt und ihre Klöster aufgehoben [Bd. 2, Sp. 347] oder ganz verwüstet, wobei 1525 die Bauern mit einem furchtbaren Beispiele vorangingen; andere wurden in einzelne Klöster concentrirt und zum Aussterben verurtheilt; die Glücklichsten konnten sich mit Geld abfinden. Häufig führten die Landesfürsten die Apostasie dadurch herbei, daß sie den Mönchen lutherische Äbte mit Frau und Kindern vorsetzten, bis ein Wechsel des weltlichen Regiments auch das Kloster der alten Religion zurückgab. Unter solchen Usmtänden, fast ohne Nachwuchs, mit Äbten, die meist auf der Flucht gewählt waren oder im Exil lebten, bei der colossalen Einbuße an zeitlichen Mitteln, ist es ein Wunder, daß nach 100 Jahren noch so viele Klöster existirten. Freilich wo die sog. Reformation ganz obsiegte, da erlagen die Klöster: so in den nordischen Reichen, so in den Ländern des Calvinismus, so besonders auch in England, wo die Säcularisation bereits 1536 von Heinrich VIII. durch Thomas Cromwell begonnen, von Elisabeth 1560 vollendet wurde. Diese Königin vertrieb alle Mönche, ließ den standhaften Abt Joh. Feckenham von Westminster in mehr als 25jähriger Kerkerhaft verschmachten und übergab viele Ordensleute dem Martertode. In Frankreich litten manche Klöster nicht wenig durch die Hugenotten. Doch wirkten die Leiden allenthalben auch läuternd, wie sich bald zeigte.

Das Concil von Trient gab (XXV de reg. et mon.) über das Ordensleben und die Mittel zu dessen guter Verwirklichung wohldurchdachte Statuten, die freilich infolge der Zeitverhältnisse nur allgemach durchgeführt werden konnten. Auf Abhaltung von Capiteln und Visitationen wurde so scharf gedrungen, daß (l. c. 8) selbst die exemten Klöster in dieser Beziehung den Bischöfen unterstellt wurden, wenn sie keine Congregation bilden wollten. Daher strebten die Benedictiner – dieser Name wird von jetzt an für die schwarzen Mönche allgemeiner – seit dem Tridentinum, die alten Congregationen zu befestigen, sowie neue zu begründen, schon aus dem Triebe der Selbsterhaltung, und die Päpste unterstützten dieses Bestreben mit ihrer Auctorität. So errichtete um 1548 der Cassinenser Chrysostomus Calvini auf Befehl Pauls III. im dalmatinischen Archipel die Congregation von Melida. Der ehrwürdige Abt Ludwig Blosius von Liesse (gest. 1566) führte in seinem Kloster eine sehr gute Disciplin ein, gründete eine belgische Congregation und erbaute die Kirche durch seine frommen Schriften. Der einflußreiche und allverehrte Abt Gerwich von Weingarten vereinigte 1564 als Präses und Visitator die schwäbischen Klöster und veranlaßte die Gründung der schwäbischen Congregation, die, unter dem Titel des hl. Joseph 1603 bestätigt, mit Beihülfe anderer Klöster viel zur Gegenreformation selbst in Österreich beitrug. In Flandern führte Abt Roger Momorancy von St. Vedast zu Arras die Trienter Beschlüsse für die exemten Klöster aus und gründete eine Congregation, die jedoch erst Abt Johann Sarazin um 1590 in besseren Stand brachte. Seit 1580 [Bd. 2, Sp. 348] bildeten auch mehrere exemte Klöster in Frankreich, an deren Spitze Marmoutier stand, eine Congregatio exemtorum, freilich ohne Reform; aber Noel Mars, ein eifriger Mönch derselben, führte um 1600 zu St. Maglor in der Bretagne eine ernste Verbesserung ein, welche mehrere Klöster annahmen. Doch erreichten diese Versuche weder die Ausdehnung und Dauer, noch den Einfluß der Congregation von St. Viton (Vanne) und Hydulf, welche Didier de la Cour um 1600 mit der Reform von St. Vanne in Verdun begann, und Clemens VIII. 1604 bestätigte. P. Rozet führte da die Observanz und Organisation von Monte Cassino ein, und bald hielten sich mehr als 50 Klöster in Lothringen, Champagne und Burgund zu ihr in fester Ordnung, so daß sie viele ausgezeichnete Männer zählte, wie Calmet, Ceillier u. s. f. Aus ihr entwickelte sich die noch einflußreichere und berühmtere congregatio S. Mauri, indem auf Antrag Didier’s das Generalcapitel 1618 beschloß, die französischen Klöster der Reform von St. Vanne zu einer eigenen Congregation zu verbinden und dadurch den Anschluß mehrerer anderer zu erleichtern. Sie wurde 1621 päpstlich bestätigt und zog nach und nach die ansehnlichsten Klöster Frankreichs an sich, so einige aus der Congregatio exemtorum, die ältern Congregationen Chezal St. Benoît, Chaise-Dieu, Sauve-Majour, die neueren in der Bretagne und die von 1607–1630 bestehende von St. Denis. Sie wirkte auch zur Reform von Clugny mit; ja Cardinal Richelieu, Commendatar-Abt dieses Klosters, brachte es dahin, daß 1635 die Congregationen von Clugny und St. Maur sich unter dem Titel Congregatio S. Benedicti vereinigten. Doch wurde die Union 1644 wieder gelöst. Cardinal Mazarin, Commendatar-Abt von Clugny, bewirkte nun eine Vereinigung mit St. Vanne; doch zerfiel auch diese 1661 wieder. Später bildeten die Cluniacenser von der stricten Observanz eine eigene Congregation mit 29 Klöstern, die noch eine besondere Provinz von 7 Klöstern in Burgund hatte. Die Mauriner selbst hielten unverrückt fest an strenger Ordnung, hatten in ihrer Blütezeit in 6 Provinzen mehr als 180 Klöster und strebten, um das Unwesen der Commenden fernzuhalten, den Grundsatz durchzuführen: »Keine Äbte!« Was ihre Mönche, wie Montfaucon, Mabillon, Martène, Ruinart, Bouquet u. s. f., leisteten, ist bekannt genug. Abgesehen von dem Schatten, den der Jansenismus in diese Congregation hineinwarf, blieb sie Muster und Anregung für andere ähnliche Vereine.

In Deutschland hatten die päpstlichen Mahnungen zu allgemeiner Bildung von Congregationen noch nicht viel gefruchtet; auch der Abt Peter Paul de Benallis, der als apostolischer Generalvisitator 1594 für die deutschen Klöster das Nothwendige ordnen sollte, fand bei geistlichen und weltlichen Fürsten Widerstand. Doch hatte Abt Joachim von St. Gallen durch gute Einrichtungen einen Verein der neun Schweizer [Bd. 2, Sp. 349] Klöster vorbereitet, der dann 1602 unter dem Namen »Helvetische Congregation« canonisch instituirt, 1622 durch Gregor XV. von der bischöflichen Jurisdiction eximirt und 1624 durch Urban VIII. neuerdings confirmirt wurde. Im Bisthum Straßburg wurde eine Congregation von sieben Klöstern gebildet, und in den Niederlanden begann der fromme Abt Nicolaus de Janson 1618 sein Kloster St. Hubert nach der Form von St. Vanne zu verbessern, woraus sich durch die Bemühungen des Abtes Heinrich Buzegines von St. Dionys und des Propstes Benedict Haeften von Afflighem die Congregatio S. Placidi entwickelte. – Auch in Österreich wurden seit 1618 von Melk aus ernstliche Schritte zur Errichtung einer Congregation gethan, Statuten entworfen, deren Approbation 1625 in Rom erholt, und dann Generalcapitel gehalten; aber es traten schon um 1644 solche Hindernisse ein, daß die Einheit wieder gelöst wurde, wenn auch die gute Tendenz noch lange blieb. Überhaupt war es ein besonderes Mißgeschick, daß in Deutschland selbst das beste Streben meist auf unüberwindliche Schwierigkeiten stieß. So arbeitete der edle Fürstabt Johann Bernhard von Fulda an einer Vereinigung der deutschen Klöster, deren es fast noch 200 gab, erhielt (1627) die Zustimmung des Papstes und des Kaisers, und brachte 1631 zu Regensburg ein großes Capitel zusammen; allein die Gegner wußten die Sache im Keime zu ersticken (Chron. noviss Salisb. 547 sqq.). Doch war inzwischen eine Conförderation von 33 (später 60) süddeutschen Klöstern zu Stande gekommen, welche 1618 eine Benedictiner-Lehranstalt zu Salzburg errichtete. Diese wurde 1620 zu einer Universität erhoben, 1623 päpstlich bestätigt und bald aus ganz Deutschland frequentirt. (Über ihre Tätigkeit und über die Stellung der deutschen Benedictiner zur damaligen Theologie vgl. Werner, Gesch. der kath. Theol., München 1866.) Die Bursfelder Congregation betheiligte sich in ähnlicher Weise an der 1621 zu Rinteln gestifteten Universität.

Die zertretenen Benedictiner Englands erregten bei Niemanden Besorgniß, und so konnten sie ungestörter sich einigen. Die opferwilligen Söhne Albions, welche in der cassinensischen und spanischen Congregation das Ordenskleid genommen, trugen sich stets mit dem Plane, eine wohl organisirte Mission für ihr Vaterland zu errichten. Hauptsächlich durch P. Augustin von St. Johann in Compostella wurde der Plan 1603 realisirt und von Papst Clemens VIII. bestätigt, worauf der Mission einige Klöster auf dem Festlande eingeräumt wurden. Dominicus Sigebert Buklai, der letzte Profeß von Westminster, übertrug 1609 notariell alle Rechte und Titel der alten englischen Congregation auf einige Cassinenser aus England, wofür die Gutheißung des Generalcapitels und der Päpste Paul V. (1619) und Urban VIII. (1626) erfolgte. Später (1637) wurde die neue englische Congregation auch von der spanischen gelöst, so daß sie ihre Thätigkeit selbständig [Bd. 2, Sp. 350] entwickeln konnte sowohl auf dem Gebiete der theologischen Wissenschaft, als der Mission, wozu sie durch ein viertes Gelübde ihre Mitglieder verpflichtete. Viele Martyrer geben ihrem Eifer Zeugniß (vgl. Col. Luz, Die Bened.-Mission in Engelland, Augsburg 1755).

Um dieselbe Zeit (1641) stellte Erzbischof Paris Lodron die Klöster seines Sprengels unter Regularvisitatoren und begründete die Salzburger Congregation, die lange in gutem Stande blieb. Nach hundertjährigen Versuchen konnten endlich 1684 auch (von 26) 19 Klöster Bayerns eine Congregation nach der Form der helvetischen bilden, vorzüglich gefördert durch die Klugheit des Fürstabtes Cölestin Vogl von St. Emmeram unter Beihülfe des Kurfürsten Max Emmanuel. Papst Innocenz XI. bestätigte sie unter dem Titel der Heiligen Schutzengel. Ähnlich vereinigten sich 8 Klöster der Augsburger Diöcese zu einer Congregation (sub titulo S. Spiritus), welcher 1725 Benedict XIII. manches Vorrecht der Cassinenser gewährte. In Böhmen, Mähren und Schlesien hatten sich gleichfalls die meisten Benedictiner-Klöster verbunden und erhielten 1714 ähnliche Begünstigungen. Selbst die 9 Klöster in Polen und Litauen traten um 1670 in eine Congregation zusammen, und diese ward 1709 unter dem Titel vom Heiligen Kreuz nach der Form der bayrischen Congregation von Clemens XI. approbirt (Bull. Taur. XXI, 343). Daß auch im Oriente und in Ägypten der Benedictinerorden in jener Zeit nicht unbekannt war, läßt Bucelins Benedictus redivivus an vielen Stellen erkennen. Größeres Ansehen gewann er jedoch, da der Cassinenser Odorisius Pierius (gest. 1704) als apostolischer Missionar auf den griechischen Inseln wirkte, und der Armenier Mechitar 1712 eine sehr thätige Mönchs-Congregation seiner Nation unter der Regel des hl. Benedict gründete.

Unbestreitbar gehört diese – man möchte sagen – tridentinische Periode des Benedictinerordens in allen seinen Zweigen zu den bessern. Sprang auch die Wirksamkeit nicht allenthalben so stark in die Augen, wie bei den Maurinern und beziehentlich bei den alten Cluniacensern, so war sie doch intensiv und extensiv nicht zu unterschätzen für klösterliches und kirchliches Leben, für Wissenschaft und Kunst – ein Ferment und Cement zugleich für die Societät. An preiswürdigen Äbten, namentlich in Deutschland, an trefflichen Bischöfen, besonders in Italien, an namhaften Lehrern, vorzüglich in Spanien, an berühmten Gelehrten, zumal in Frankreich, an frommen und eifrigen Mönchen überall hatte der Orden keinen Mangel, wie dieß Bucelins Benedictus redivivus (bis 1680 reichend), Ziegelbauers Hist. rei lit., Tassin, Günthner, Pez u. A. genugsam bezeugen. Schwerlich war es nur Curialstil oder gar Schmeichelei, wenn Benedict XIII. 1725 schrieb: »Unter denjenigen, von welchen die streitende Kirche stets reichliche und liebliche Früchte gewinnt, gebührt mit Recht [Bd. 2, Sp. 351] dem Orden des hl. Benedict ein vorzüglicher Platz, da er seine Pfleglinge vom Meer bis zu den Grenzen der Erde gar wunderbar ausgebreitet hat. Mit welch ausnehmendem Glanze aller christlichen Tugenden seine Mitglieder die gesammte Kirche erleuchtet, und welch herrliche Verdienste sie jederzeit um den katholischen Glauben sowohl, als besonders um diesen heiligen Stuhl sich erworben haben, das bezeugen die glänzenden Lobsprüche und Urkunden unserer Vorgänger, der römischen Päpste« (Bull. Taur. XXII, 231).

Freilich hatte es auch an Leiden nicht gefehlt, besonders durch Kriege und kirchliche Wirren; aber alles bisher Erfahrene wurde überboten durch das Wetter, welches im 18. Jahrhundert über die Klöster sich zusammenballte. Dem Protestantismus folgte ein christusfeindlicher Rationalismus und seichte Aufklärerei, daneben bitterer Jansenismus und deren Frucht, Febronianismus und Josephinismus. Leckte dieses unheilige Feuer, das die Nationen und deren Führer anfraß, auch hier und da in die Klöster hinein, so bleiben diese doch meist starke Bollwerke des ächten Glaubens und treue Stützen der Kirche; daher wendete sich die Wuth gegen sie in zahllosen Schriften und mit den Mitteln der Gewalt. In Frankreich begann die Unterdrückung der Benedictiner 1766 und wurde nach ganz neuen Rechtsgrundsätzen 1790 vom Nationalconvent vollständig durchgeführt; sofort dehnte sie sich mit der französischen Übermacht seit 1792 auf Italien, die Niederlande, Spanien, Polen und das linksrheinische Deutschland aus. Kaiser Joseph II. fing 1781 an, in seinen Erbstaaten 700 Klöster, darunter viele der Benedictiner, dem »Staatswohle« zu opfern, ließ jedoch etliche bestehen, sofern sie dem Staatswohle dienten und sich von ihm reglementiren ließen; mußten doch selbst in den Brevieren jene Stellen verklebt werden, in denen von Freiheit der Kirche die Rede ist! Das Werk der Revolution wurde für Deutschland 1803 durch den Reichsdeputations-Hauptschluß vollendet: zum Zweck von »Entschädigungen« hob man, wie die anderen geistlichen Fürstenthümer, auch die Reichsabteien auf und gab die mittelbaren Klöster der Willkür der Landesfürsten anheim. Sofort wurden – am Feste des hl. Benedict! – die Benedictiner in Bayern aus ihren Klöstern verjagt und alles Klostergut confiscirt. Die protestantischen Länder folgten diesem Beispiele, Preußen erst vollständig 1810 und 1813; nur Österreich machte jetzt eine rühmliche Ausnahme. Von mehr als 15 000 Klöstern mit mindestens je 6 Mönchen, welche der Orden zur Zeit der Konstanzer Concils zählte, überdauerten kaum 30 (in Ungarn, Österreich, Schweiz und englische Congregation) den Sturz Napoleons. Nach der Restauration blühte zwar der Orden in einigen romanischen Ländern, besonders die cassinensische Congregation, rasch wieder auf; aber auch die revolutionären Ideen wucherten fort. Seit 1835 [Bd. 2, Sp. 352] schlug Spanien und Portgal dem Orden neue Wunden, und erst in neuester Zeit (1877) durfte Montserrat (mit 21 Mönchen) wieder Leben gewinnen, und in Portugal eine Colonie brasilianischer Mönche (zu St. Martin in Cucujaes) sich festsetzen. In Brasilien selbst sind die 7 Abteien und 4 Priorate der erst 1827 errichteten Congregation durch die kirchenfeindliche Regierung zum Aussterben verurtheilt und haben jetzt nur noch 35 Mönche. Rußland hob 1850 das letzte polnische Benedictinerkloster Stonim auf (vgl. Exposit. docum. munit., Rom. 1870, 29. 184). In Italien herrscht das gleiche System; doch kann die Cassinensische Congregation sich noch in 20 zum Theil ansehnlichen, zum Theil nur Titel-Klöstern fristen und zählt über 200 Mönche und Conversen. In Subiaco hat ihren Hauptsitz auch die 1872 von der cassinensischen getrennte Congregation »von der ursprünglichen Observanz«, welche in Italien (und Afrika), Frankreich (bes. Pierre-qui-vire), England und Belgien (Afflighem und Termonde) 21 Klöster (nebst Montserrat) in sich begreift, 200 Mönche und 72 Conversen hat und bereits in Indien und Nordamerika Wurzel faßte. Die Schweiz trieb bis 1874 die Unterdrückung und Vertreibung gleichfalls mit Eifer; es bestehen nur noch Einsiedeln, Engelberg und Dissentis mit ca. 160 Religiosen; Rheinau, zum Aussterben bestimmt, hat noch 3, Muri, nach Gries in Tirol ausgewandert, 55, Mariastein, zu Delle bei Belfort angesiedelt, 24 Ordensleute. In Ungarn erhielt der Orden schon 1802 wieder Dasein und Mittel; zu der Erzabtei (nullius) St. Martinsberg und den davon abhängigen Abteien Bakonybél, Dömölk und Tihany gehören ca. 180 Priester und Cleriker; außerdem ist seit 1873 auch Zalavar mit 12 Mönchen wieder selbständig. Die schwäbischen Convente St. Blasien und Wiblingen verpflanzte Kaiser Franz 1806 in die neuerdings errichteten Klöster St. Paul in Körnten und Tiniecz; letzteres wurde unter russischem Einflusse leider bald wieder aufgelöst. – In Bayern verhalf König Ludwig I. dem Orden 1830 zu frischer Existenz; die bayrische Benedictiner-Congregation wurde dann 1858 canonisch restituirt und zält jetzt (1880) in 3 Abteien (Metten, St. Bonifaz in München mit Andechs, Scheyern) und 2 Prioraten 100 Priester und Cleriker nebst 74 Conversen. Auf schwäbischem Gebiete errichtet König Ludwig 1835 die Abtei St. Stephan in Augsburg mit Ottobeuern, wo ca. 30 Priester und 18 Conversen thätig sind. – In Frankreich begann 1833 zu Solesmes der Orden wieder aufzublühen, und Prosper Guéranger (gest. 1875), der Erneuerer der römischen Liturgie in jenem Lande, wurde 1837 der erste Generalabt der französischen Benedictiner-Congregation, welche in Solesmes, Ligugé und St. Madeleine in Marseille 86 Priester und Cleriker nebst 20 Conversen zählt. Doch wurden aus diesen und 9 anderen französischen Klöstern (mit Ausnahme von Delle und Douai) am 6. November 1880 durch [Bd. 2, Sp. 353] die Gewalthaber alle Benedictiner widerrechtlich vertrieben. – Mit Beihülfe des Königs Ludwig I. von Bayern ging P. Bonifaz Wimmer von Metten daran, den Orden 1846 nach Nord-Amerika zu verpflanzen; nach einem äußerst ärmlichen und mühseligen Anfange zu St. Vincenz umfaßt diese amerikanisch-cassinensische Congregation (1855 canonisch errichtet) in 3 Abteien, einem selbständigen und 11 abhängigen Prioraten bereits ca. 200 Priester und Cleriker nebst 170 Conversen und entwickelt eine große Thätigkeit auf dem Gebiete der Seelsorge und des Unterrichts. – Von Einsiedeln ging 1854 eine Colonie nach Indiana und gründete die Abtei St. Meinrad mit einem Priorate; 1872 schickte Engelberg eine andere Colonie ab, welche das Kloster Immaculatae Conceptionis oder Neu-Engelberg (1880 zur Abtei erhoben) errichtete; beide wurden 1870 zur schweizer-amerikanischen Congregation vereinigt, welche schon über 50 Priester und Cleriker und an 40 Conversen zählt und besonders bei den Indianern thätig ist. – Spanische Benedictiner, voran Benedict Serra und Rudesind Salvado, fingen 1846 an, dem Orden in Australien eine Stätte zu bereiten. Nach unglaublichen Mühsalen konnte am Schwanenfluß in Neuholland das Kloster Neu-Nursia errichtet und zur Grundlage einer Mission für die Eingeborenen gemacht werden; 1866 erhielt sie den Rang einer apostolischen Präfectur, hat jetzt 8 Mönche und über 50 Conversen, besorgt das Priorat Morah und die Expositur New-Castle, leitet eine Schule mit fast 80 einheimischen Kindern und eine Colonie von 20 farbigen Familien. – Aus St. Paul bei Rom verpflanzten die Brüder Maurus und Placidus Wolter den Orden in das westliche Deutschland, zuerst nach St. Benedict zu Materborn, dann 1863 nach Beuron; sie hatten bereits einen vielversprechenden, in Liturgie und Kunst wohlgeschulten Nachwuchs erzogen, als sie 1875 dem Drucke der kirchenfeindlichen Maigesetze weichen, erst nach Volders (Tirol), dann (1880) nach Emaus bei Prag auswandern mußten; ein Theil bezog 1876 die neugegründete Abtei St. Benedict zu Maredsous in Belgien, und ein Ableger wurde zu Erdington bei Birmingham eingesenkt. Die Congregation zält trotz der Verbannung 60 Priester und Cleriker nebst 26 Conversen. – Die englische Congregation entwickelte sich rasch, als die grausamen Kirchengesetze Englands einer mildern Praxis wichen. Außer Donai verlor sie zwar auf dem Festlande manches Haus, gewann aber in der Heimat bald festen Boden und zält in 5 Klöstern (Douai, St. Michael bei Hereford, Downside, Ampleforth, Belmont) über 200 Prälaten, Priester und Cleriker mit einer ausgedehnten Thätigkeit in Schule, Erziehung und Seelsorge. Jüngst wurde auch das schottische Fort August von der Congregation in ein Kloster und Collegium umgewandelt und 1880 feierlich eröffnet. – Verhältnißmäßig ruhiger konnten sich die 19 Klöster, welche nach Joseph II. den deutschen Kronländern Österreichs [Bd. 2, Sp. 354] verblieben oder zufielen, entwickeln. Altenburg, Göttweig, Kremsmünster, Lambach, Melk, Schotten in Wien (mit Telky in Ungarn) und Seitenstetten im Erzherzogthum; Braunau (mit Brevnow) und Emaus in Böhmen, Raigern in Mähren, Admont und St. Lambrecht (mit Maria-Zell) in Steiermark; in Kärnthen St. Paul, im Salzburgischen St. Peter und Michelbeuern (mit Mülln), in Tirol Fiecht (mit Georgenberg) und Marienberg, in Istrien Daila. An Zahl der Professen (ca. 800, Kremsmünster allein fast 100, Melk und Admont je 80 u. s. f.) und Größe der Hülfsmittel übertreffen sie gegenwärtig alle übrigen Benedictinerklöster und entfalten auf dem Gebiete der wissenschaftlichen Forschung, des Unterrichts und der Seelsorge (in fast 200 Pfarreien, Admont allein 31, Göttweig 28, Melk 26 u. s. f.) eine großartige Thätigkeit. – In Wien hat auch die Mechitaristen-Congregation ihren Hauptsitz; ihre zweite Provinz ist nach St. Lazarus in Venedig genannt; in 6 Klöstern zählt sie über 100 Mönche, welche theils der Seelsorge und dem Unterrichte, theils der Herausgabe von Büchern sich widmen. – Abgesehen von den noch blühenden Ordenszweigen weißer Mönche (Camaldulenser, Cistercienser, Trappisten, Olivetaner) zählen die Benedictiner (nach dem Album Benedictinum, ausgegeben von St. Vincenz in Nordamerika 1880): 1 Cardinal (Dom Pitra), 5 Erzbischöfe, 18 Bischöfe, 2 apostolische Präfecten, 68 wirkliche und 19 Titular-Äbte, 9 selbständige Prioren, 1846 Priester, 210 Cleriker, ca. 570 Conversen in 10 Congregationen (ohne Mechitaristen) mit 81 Klöstern und in 26 nicht congregirten Ordenshäusern; in ca. 480 Pfarreien werden 760 000 Seelen pastorirt, in 12 theologischen Seminarien und 44 Gymnasien wenigstens 6000 Knaben und Jünglinge unterrichtet und erzogen. Ist dieser status auch nur ein Schatten gegen den Bestand des Ordens in der Vergangenheit, so gewährt er doch die Hoffnung, daß der Benedictiner auch jetzt noch seiner Aufgabe nach Außen möglichst gerecht werden könne, falls er nach Innen treu der Weisung seines Stifters folgt in Demuth, Arbeit und Gebet und von der Welt genießen darf, was ihm zu freier Lebensentfaltung nöthig ist an Boden, Licht und Luft. (Vgl. Krätzinger, Der Benedictinerorden und die Kultur, Heidelberg 1876.)

Wie groß die Liebe des Volkes zu den Söhnen des hl. Benedict, wie frisch ihr Eifer, wie innig die Hingabe an ihren heiligen Beruf sei, davon gab die erhebende Feier und Theilnahme Zeugniß, als sie 1880 allenthalben in ihren Klöstern und besonders zu Monte Cassino den 1400. Geburtstag ihres heiligen Ordensvaters festlich begingen. Die Erinnerung daran dauernd zu machen, den guten Geist zu nähren und zu befestigen und zugleich ein äußeres Band größerer Einheit zu gewinnen, wurde die Quartalschrift »Wissenschaftliche Studien und Mittheilungen aus dem Benedictinerorden« (1. Jahrg. 1880) unter allseitiger Betheiligung gegründet.

[Bd. 2, Sp. 355] Aus den ungemein zahlreichen Quellen und Bearbeitungen der Geschichte des Benedictinerordens seien hervorgehoben : Mabillon, Annales O. S. B. (bis 1157 reichend), 6 tomi; Ders., Acta SS. O. S. B., 9 tomi (die Praefationes et Dissert. dazu gab Bastide [Venet. 1740] eigens heraus); Ziegelbauer, Hist. rei liter. O. S. B., 4 tomi (bis 1750); als Fortsetzung erschienen: A. Lindner, Die Schriftsteller d. B.-O. in Bayern, Regensb. 1880; Scriptt. O. S. B. Imperii Austr.-Hung., Vindob. 1880; Bibliothèque des écrivains de la Congr. de St. Maur, Le Mans 1881, u. s. f.; (François) Biblioth. générale des écrivains de l’ordre des S. B., 4 voll., Bouillon 1777; Helyot, Hist. des ordres monast. V et VI, deutsch Leipzig 1753; Yepez, Cronica general etc., Salmat. 1607–1621; ein Compendium daraus sind: Bucelini Annal. Bened., 1656; Wion, Lignum vitae, Venet. 1595, und Martyrolog. Benedict., Paris. 1629; Bulteau, Abrégé de l’hist. de l’ordre de S. Benoît, Paris 1684, 2 vol. Nach Henrion bearbeitete J. Fehr die Allgem. Gesch. der Mönchsorden, Tübingen 1845, 2 Bde. Crome, Pragm. Gesch. der vornehmsten Mönchsorden, Leipzig 1774, 10 Bde., und F. v. Biedenfeld, Ursprung … sämmtlicher Mönchsorden, Weimar 1837, 2 Bde., können ihren protestantischen Standpunkt nicht ganz überwinden; Graf Montalembert’s Mönche des Abendlandes, 1.–5. Bd. übersetzt von K. Brandes, 6. u. 7. Bd. von J. Müller, Regensb. 1860–1878. Von kürzeren Arbeiten seien genannt: Histoire de S. Ben. et de l’ordre monastique par un relig. de Solesmes; Gr. Fuchs, Gesch. des B.-O., 1856; Der hl. Benedict u. seine Orden, Einsiedeln 1875. Für die Ordensgeschichte einzelner Länder und Congregationen sind besonders zu beachten: Tamburini, De jure abbatum; Ferraris, Prompta bibl. (relig. regul. art. IV); Herrgott, Vet. discipl. monastica; Marrier, Biblioth. Clunacensis; A. Tornamira, Orig. e prog. della congr. Cassin., 2 vol., Panormi 1675; Tosti, Storia della badia di Monte-Cassino, 3 vol., Napoli 1841–1843; Pr. Sandoval, Monasterios de S. Benito en España, Madr. 1601; Fr. Leão a S. Thoma, Benedictina Lusitana, 2 vol., Conimbr. 1644; Cl. Reyner, Apost. Bened. in Anglia, Duaci 1626; R. Dodsworth, Monasticon Angl., Lond. 1655; Fuxhoffer, Pannon. monasteriologia, ed. M. Czinár, Pest. 1858, 2 tomi; Mulinen, Helvetia sacra, Bern. 1858–1861, 2 tomi; A. Dentier, Les Monastères d’Italie, Par. 1866, 2 tomi. (Vgl. die hierher gehörigen Artt.)

Benedictinerinnen. Gleich den früheren Gesetzgebern für das klösterliche Leben leitete auch der hl. Benedict von Monte-Cassino aus ein Frauenklösterlein zu Piombariola, dem seine Schwester, die hl. Scholastica, vorstand. Gleichwohl gab er den Nonnen keine besondere Regel, indem seine Mönchsregel für sie nur in wenigen Stücken modificirt zu werden brauchte. Sie muß [Bd. 2, Sp. 356] in Kurzem in größeren Kreisen bekannt geworden sein, da schon der hl. Donat, seit 624 Bischof von Besançon, die Ordnung für das Kloster, worin seine Mutter und Schwester lebten, ihren Bitten gemäß hauptsächlich der Regel des hl. Benedict entnahm (Holsten, Cod. reg. I, 377 sqq.). Auch der hl. Amand (gest. 661) richtete die von ihm gestifteten Nonnenklöster Nivelles (St. Gertrud), Maubeuge, Marchiennes u. a. nach dieser Regel ein, und sie ward ohne Zweifel in den herrlichen Frauenklöstern Englands, z. B. in Whitby unter Hilda, gleichfalls beobachtet. Von dem frommen Geiste und der großen Gelehrsamkeit, die dort herrschten, gibt der Briefwechsel des hl. Bonifaz Zeugniß. Dieser apostolische Mann berief von dort die hl. Lioba, seine Verwandte, Thekla, Walburg u. A. als Gehilfinnen seiner Mission und gründete durch sie für die Erziehung der weiblichen Jugend Klöster zu Bischofsheim, Kitzingen u. s. f. Die erste deutsche Synode unter Bonifaz (742, c. 7) schrieb für Mönche und Nonnen ausschließlich die Regel des hl. Benedict vor; bald wurde diese Vorschrift auf das ganze fränkischen Reich ausgedehnt und öfter wiederholt. Gleichwohl nahmen die Frauenklöster jene Regel niemals so allgemein an, wie die damaligen Mönche. Schon das Concil von Chalons (813, c. 53) kennt sanctimoniales, quae se canonicas vocant. Ja, bereits die hl. Attala (gest. 741), erste Abtissin von St. Stephan in Straßburg und Nichte der hl. Ottilia, soll die Milderung eingeführt haben, »weil die canonische Regel für Frauen leichter zu beobachten sei, als die des hl. Benedict« (Grandidier, Hist. de Strasb. part. justif. 29). So hatten die natürliche Schwäche einerseits, andererseits die häufigen Kriege und Einfälle der Normannen, Ungarn und Saracenen im neunten und zehnten Jahrhundert nach und nach einen großen Verfall der klösterlichen Ordnung bei den Nonnen herbeigeführt, so daß vielfach laute und schwere Klagen sich erhoben über Mangel an Clausur und jeglichem Grad von Armut, über Putzsucht und Kleiderpracht und noch Schlimmeres. Gar manche Schutzfesten der Jungfräulichkeit, was doch die Frauenklöster in erster Linie für die Kirche sein sollten, waren Wohnungen höchst zweifelhaften Charakters geworden; die Pflanzstätten feiner Bildung und religiöser Erziehung für die weibliche Jugend, denen eine Roswitha und Nonnen ähnlicher Richtung einen so edlen Glanz verliehen, verloren nicht selten auch dieses Ziel aus dem Auge und führten statt der heiligenden Arbeit Vergnügen und Tanz ein. Oder es ging das Kloster doch wenigstens in eine ehrbare Versorgungsanstalt (Damenstift) für adelige Fräulein über, welche schließlich nicht einmal mehr Gelübde ablegten. Diesen mehrfachen Übeln suchten eifrige Bischöfe, welche mehrentheils die Jurisdiction über die Frauenklöster besaßen, oft auch edle Fürstinnen, wie die Kaiserinnen Kunigund, Mathilde und Agnes, und gottbegeisterte Nonnen, wie die hh. Hildegard [Bd. 2, Sp. 357] (zu Rupertsberg) und Gertrud (zu Rodersdorf), nach Möglichkeit abzuhelfen, theils durch Stiftung neuer wohldisciplinirter Klöster, theils dadurch, daß sie die laxe Ordnung durch eine bessere ersetzten. – Eine häufig vorkommende Einrichtung waren die sog. Doppelklöster, indem neben dem Mönchskloster in entsprechender Entfernung ein Nonnenkloster mit eigener Oberin bestand, jedoch so, daß die eigentliche Jurisdiction, Direction und Verwaltung dem Abte allein zustand. So findet es sich nach älteren Mustern schon in den ersten Zeiten des Ordens zu Poitiers, zu Remiremont, besonders häufig bei den Angelsachsen, später zu Desibodenberg, St. Blasien, Admont, Engelberg, St. Peter in Salzburg u. s. f. Solches war für Erhaltung guter Disciplin lange sehr nützlich und wurde auch in anderen Ordensfamilien, wie bei den Regularcanonikern und Prämonstratensern, nachgeahmt. Doch bei zunehmendem Verfalle mußte das Institut beschränkt werden und hörte im 14. und 15. Jahrhundert ganz auf. Aber in allen Zweigen des Benedictinerordens, die seit dem elften Jahrhundert entstanden, bildete sich auch, den besonderen Statuten folgend, ein Nonnenorden aus, der unter der Jurisdiction des Ordensgenerals oder Generalabtes blieb und dessen Klöster von den Provinzialen visitirt wurden, wenn sie auch sonst selbständig waren. So bei den Camaldulensern seit 1086 (Helyot V, 262), den Cisterciensern seit 1120 (ib. 375), den Vallumbrosanern (durch die hl. Humilitas) seit 1272 (Holsten IV, 366). Eine eigene Erscheinung ist der um 1100 durch den hl. Robert von Arbrissel gestiftete Orden von Fontevraud (fons Eberaldi). Hatte schon früher in manchem Doppelkloster, wie zu Nivelles, Whitby, St. Sulpice, die Abtissin die oberste Jurisdiction und Verwaltung in Händen gehabt, wenn auch nur für beschränktere Kreise, so wurde die Abtissin von Fontevraud die Generaloberin für den ganzen genannten Orden, der in Frankreich, Spanien und England an 30 große Klöster hatte und im Mutterkloster allein gewöhnlich 300–500 Nonnen und an 200 Mönche zählte. Aber auch hier sank der Eifer, und schon wollten die Nonnen nur Canonissen, die Mönche Canoniker sein; da wurde 1474 die Regel des hl. Benedict in ihrer Strenge wieder eingeführt (Helyot VI, 94 sqq.). – Der Ordenszweig der Humiliatennonnen, der um 1134 zu Mailand entstand, erhielt sich lange Zeit in löblicher Beobachtung der heiligen Regel und blieb auch bestehen, als 1571 der Mönchsorden, unter dem er gestanden, kirchlich aufgehoben wurde. – Eine Schule hoher Frömmigkeit war das Institut der Oblaten, welches 1433 der hl. Francisca Romana seine Entstehung verdankte und dem Olivetanerorden unterstellt wurde; man legte darin zwar keine feierlichen Gelübde ab, kam aber um so ernster den Übungen der Regel und jeder christlichen Tugend nach. Überhaupt machte sich bei den schwarzen Nonnen (Benedictinerinnen) im 15. Jahrhundert ein Aufschwung [Bd. 2, Sp. 358] zum Bessern bemerklich. In Italien nahmen nicht wenige ihrer Klöster die Observanz der Clarissen, in Deutschland die der Cistercienser an, ohne gerade diesen Orden sich zu unterwerfen. Selbst Canonissen kehrten wieder zur Einfachheit und Entsagung zurück, besonders unter dem Einflusse des Generalvisitators Cardinal Nicolaus von Cusa, sowie einiger ihm geistesverwandten Bischöfe und Mönche der Melker und Bursfelder Reform. Auch neue Klöster entstanden, namentlich in Italien und Sicilien, und gar manche Stadt wies zwei und mehrere Ordenshäuser für schwarze Nonnen auf, eines für solche aus dem Adel, ein anderes für die aus dem Bürgerstande. In Polen sogar gewann der Orden neuen Boden, besonders zu Kulm, Zarnowiecz und Nieswiecz. Wiewohl nun zwar wenige Klöster die Disciplin stets so fest und treu bewahrt haben, wie Notre-Dame de Ronceray zu Angers und Nonnberg zu Salzburg, hielten doch die Benedictinerinnen zur Zeit des religiösen Umsturzes in den betroffenen Ländern trotz aller Verlockungen ungemein zähe und mit den größten Opfern am Glauben und am Orden fest. Wenige fielen freiwillig ab, und selbst da, wo man mit List und Gewalt den Irrglauben einführte, blieb auch im Protestantismus die Klosterform noch lange bestehen. Das Tridentinum, der Eifer einzelner Kirchenfürsten und der von Gott begeisterte Wille mancher Oberin brachte damals herrliche Reformen zu Stande. So umfaßte die Reform von Chézal-Benoît auch fünf Frauenklöster. Um 1600 verbesserte die Abtissin Maria von Beauvilliers ihr Kloster Montmartre bei Paris, Magdalena von Escoubleau ihr Kloster U. L. Frau von St. Paul bei Beauvais, Margareth von Arbouze 1623 das Kloster Val-de-Grace zu Paris, Florencia von Verguigneul das Kloster U. L. Frau vom Frieden zu Douai, von wo aus wieder neun Klöster gestiftet oder reformirt wurden u. s. f. Die strengste war wohl die Reform der Congregation U. L. Frau von Calvaria, angebahnt 1617 durch die heiligmäßige Abtissin Antoinette von Orleans in ihrem Kloster zu Poitiers; sie wurde 1621 bestätigt, hatte eine Generaloberin zu Paris, alle drei Jahre Generalcapitel und zählte 20 Häuser (Helyot VI, 355 sqq.). – Noch mehr verbreitet war der Orden von der beständigen Anbetung des allerheiligsten Sacramentes (s. d. Art. Anbetung, ewige). Die sel. Mechtild vom heiligen Sacramente, in Lothringen geboren, gab ihm 1652 zu Paris in einem winzigen, aber streng geordneten Kloster das Entstehen, indem sie ihre Nonnen verpflichtete, abwechselnd Tag und Nacht das allerheiligste Sacrament zur Sühne der ihm angethanen Unbilden anzubeten. Papst Innocenz XI. bestätigte 1676 die neue Congregation, welche in Frankreich, Deutschland und Italien, in der Schweiz und in Polen (Warschau) bald 30 Klöster umfaßte (Helyot VI, 370 sqq.). Auch diese wurden großentheils, wie die allermeisten übrigen Frauenklöster – es soll deren [Bd. 2, Sp. 359] an 15 000 gegeben haben, wo die Regel des hl. Benedict wenigstens zeitweilig befolgt wurde – am Ende des vorigen und Anfangs dieses Jahrhunderts von der Revolution und Säcularisation verschlungen. Aus dem Samen, der sich in die neueste Zeit herübergerettet, erwuchsen jedoch bald wieder neue Häuser. Von Paris ging der Orden U. L. Frau von Calvaria mit der alten Strenge in mehrere andere Städte über; von Arras aus wurde die Congregation der beständigen Anbetung neuerdings in mehrere Klöster und Länder eingeführt, auch nach Deutschland (Osnabrück, Bonn, Trier), wo freilich 1874 die Nonnen wieder vom Tabernakel weggetrieben wurden. Außerdem blieben die Benedictinerinnen in Österreich (17 Klöster mit circa 230 Chorfrauen und 75 Laienschwestern, Nonnberg bei Salzburg allein 35 und 28), Bayern (2 Klöster, Chiemsee und St. Walburg bei Eichstätt), Belgien (7 Klöster, darunter die Abtei Liège mti 28 Chorfrauen, 15 Conversen und 400 Schülerinnen), in der Schweiz (8 Klöster, z. B. Au bei Einsiedeln mit 40 Nonnen u. s. f.), in England (8 Klöster, von denen die Abtei U. L. Frau vom Trost bei Stanbroock an 40 Nonnen zählt). Italien hat mindestens noch 134, mitunter ziemlich ansehnliche Klöster, in welchen an die 2700 Nonnen und Conversen beten, arbeiten und Unterricht geben. Frankreich, welches die Ausführung des Märzdecretes von 1880 für die weiblichen Orden noch aufgeschoben hat, weist 21 Frauenklöster auf, die wohl alle zur französischen Benedictiner-Congregation gehören; außerdem 13 Klöster von der ewigen Anbetung, 6 Klöster der Congregation U. L. Frau von Calvaria, 3 Klöster der Congregation des heiligsten Herzens Mariä (darunter das alte Jouarre) und 1 Kloster von der »unbefleckten Empfängniß« zu Igoville, das erst 18. März 1879 durch Breve von Papst Leo XIII. errichtet wurde. Aus Spanien, Portugal und Südamerika fehlen zur Zeit die Nachweise über den Erfolg der Gewaltacte, welche die Regierungen auch gegen die Nonnen vornahmen. In Rußland ließ der Ukas von 1864 einigen Frauenklöstern, wie in Lomzy, Sandomir, Nieswiecz, noch einiges Lebenslicht; aber ein anderer von 1877 führte weitere Unterdrückungen und Verbannungen herbei. Dagegen gewinnt der Frauenorden in Australien und Nordamerika neuen Boden. Außer dem Priorate U. L. Frau bei Paramatta besteht in der Erzdiöcese Sydney die Congregation vom barmherzigen Samariatan, welche bereits 6 Häuser zählt. Nach Nordamerika wurde der Orden aus Bayern erst 1852 verpflanzt und weist bereits in 15 größeren Klöstern und 33 kleineren Niederlassungen an 500 Nonnen und Conversen auf. In der Schweiz besteht zu Rickenbach auch ein Kloster mit Schwestern vom dritten Orden des hl. Benedict; diese haben gleichfalls schon seit 1875 zwei Convente im Staat Missouri und seit 1881 eine Niederlassung bei den Indianern. Überall ist Enthaltsamkeit, Gebet, Unterricht und Erziehung [Bd. 2, Sp. 360] der weiblichen Jugend, in Rickenbach auch ewige Anbetung, Zweck und Aufgabe. (Vgl. Album Benedictinum, a. d. 1880 zu St. Vincenz herausgeg., im Appendix; Catal. of the nuns and convents of th. hol. ord. of S. Bened. in the Unit. States [1879]. Die Liter. ist übrigens so ziemlich dieselbe wie oben beim Benedictinerorden.)

[Braunmüller, O. S. B.]


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