Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Besuchung des Allerheiligsten (visitatio ss. Sacramenti) ist eine ächt katholische Andachtsübung und ein vortreffliches Tugendmittel für alle, welche nach christlicher Vollkommenheit streben. Die gewöhnliche Bezeichnung »Besuchung« drückt, wie Cardinal Wiseman (Abhandlungen I, 407) bemerkt, eine gewisse Intimität mit dem eucharistischen Heilande, eine Tiefe des Glaubens und der Liebe aus, welche lange Beschreibungen nicht so treffend schildern könnten. Diese religiöse Übung hat ihre Wurzel in dem lebendigen Glauben an die reale Gegenwart Jesu Christi im heiligen Altarssacramente und in der innigen Liebe zum sacramentalen Heilande, der »alle Mühseligen und Beladenen«, d. h. alle Menschen einladet, »zu ihm zu kommen«, damit er sie »erquicke«, d. h. ihnen helfe und sie tröste in aller Noth und Trübsal des Lebens (Matth. 11, 28). Ihr Zweck ist also einerseits Anbetung, Aufopferung und Dank, andererseits Bitte, Abbitte und Verrichtung der geistlichen Communion. Erleichtert ist diese Übung durch das jetzt allbekannte und in sehr viele Sprachen übersetzte Buch des heiligen Alfons, welches Anmuthungen und Gebete bei der Besuchung für einen ganzen Monat enthält. (Vgl. die Einleitung zu vorstehend genannter Schrift, sowie Bourdaloue, Essai d’Octave du Saint Sacrament, second et quatrième jour, Oeuvr. éd. Paris 1837, III, 558. 565.)

[Gihr.]


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