Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.


[Bd. 2, Sp. 679] Bibellesen der Laien. Die katholische Kirche gestattet den Laien das Lesen der heiligen Schrift nur unter gewissen, von ihr festgesetzten Cautelen. Diese Anordnung ist das Ergebniß einer jahrhundertelangen Erfahrung, welche allmälig zu einer bestimmten Disciplin geführt hat. Aus dem ganzen ersten christlichen Jahrtausende ist weder ein Verbot, noch eine Einschränkung des Bibellesens von Seiten der Kirche bekannt. Es waren in diesem Zeitraum wohl viele häretische Secten, welche sich für ihre Systeme auf die heilige Schrift beriefen, wie die Gnostiker und Arianer; allein diese stützten sich nur auf einzelne Stellen und stellten bezüglich [Bd. 2, Sp. 680] des Bibellesens keine principielle Behauptung auf, welche die Kirche zu einer Äußerung hätte aufrufen können. Im elften Jahrhundert äußerte sich Papst Gregor VII., den man protestantischerseits gerne zum »Vater des Bibelverbotes« stempeln möchte (s. u.), in einem Briefe vom 2. Januar 1080 an den Herzog von Böhmen, Wratislaw (S. Greg. VII. Epist. 7, 11), daß er es nicht gestatten könne, die heilige Schrift in die dortige Landessprache zu übersetzen. Wie aus dem Briefe hervorgeht, geschah dieß wegen der Gefahr der Verunehrung und des Mißverständnisses von Seite des ungebildeten Volkes; indeß ist der Brief Gregors hauptsächlich geschrieben, um die unkluge Bitte der Böhmen bezüglich der Abhaltung des Gottesdienstes in slavischer Sprache abzuweisen. Ein förmliches Verbot, Übersetzungen der heiligen Schrift in der Landessprache, wo solche existirten, zu lesen, hat Gregor nicht gegeben. Zur Zeit ungefähr, als die Albigenser und Waldenser im südlichen Frankreich ihr Unwesen trieben, schrieb der Bischof von Metz an Innocenz III., daß in seiner Diöcese Laien, Männer wie Weiber, von einer förmlichen Sucht, die heilige Schrift in französischer Übersetzung zu lesen, ergriffen wären und in geheimen Zusammenkünften sich das von Christo gestiftete Lehramt anmaßten, indem sie bei denselben aus der heiligen Schrift allerlei irrige Lehren nachweisen zu können vorgäben. Innocenz III. antwortete in einem Schreiben vom Jahre 1199, daß im Allgemeinen die Sehnsucht nach dem Lesen der heiligen Schrift etwas Löbliches sei, daß es aber gefährlich sei, wenn einfältige und ungelehrte Menschen die Tiefen der heiligen Schrift, welche selbst für Gelehrte voll der Geheimnisse sei, zu ergründen suchen. Neben andern Schriftstellen führt Papst Innocenz dabei auch die (gewöhnlich außer Zusammenhang citirte) Stelle des Exodus an, wonach Gott befahl, das Thier, welches den Berg Sinai berührte, solle gesteinigt werden (vgl. Epis. 2, 141, auch im C. J. C. cap 12 X. 5, 7). Indeß erließ auch Innocenz III. nicht ein Bibelverbot, nicht einmal für die betreffende Gegend. Daß überhaupt kein unbedingtes Verbot der heiligen Schrift in diesen Zeiten stattgefunden habe, darüber vgl. Hurter, Geschichte des Papstes Innocenz III., Hamburg 1842, IV, 501 ff. – Kurze Zeit nach dem Tode Innocenz’ III. erließ man auf der Synode zu Toulouse 1229 im 14. Canon gegenüber den Mißbräuchen, welche die Katharer mit der heiligen Schrift getrieben, ein förmliches Verbot für die Laien, die heilige Schrift zu lesen: Prohibemus, ne libros V. et N. testamenti laicis permittatur habere (vgl. Hefele, Conc.-Gesch., Freiburg 1863, V, 875). Ebenso stellte die Synode zu Tarragona in Spanien 1233 ein derartiges Verbot auf (can. 2; vgl. Hefele a. a. O. 918). Beide Synoden haben aber nur Verbote für die ihrer Jurisdiction untergebenen Gegenden erlassen. Später behauptete Wiclif, die Bibel sei [Bd. 2, Sp. 681] die einzige Quelle der christlichen Lehre und sei wenigstens im N. T. für Jedermann verständlich; im J. 1380 veröffentlichte er demzufolge eine englische Bibelübersetzung, in welcher die deuterocanonischen Bücher fehlten. Dem gegenüber verbot eine Synode von Exford (die dritte) 1408 nicht bloß die Wiclif’sche Bibelübersetzung, sondern auch alle andern, welche nicht vom Diöcesanbischof oder vom Provinicial-Concil approbirt wären, und untersagte das unbeschränkte Lesen der heiligen Schrift von Seiten der Laien (vgl. Hefele a. a. O. VI, 817). Das Tridentinum hat, obwohl es Veranlassung gehabt hätte, zwar kein allgemeines derartiges Verbot erlassen; allein es hat doch den Anstoß dazu gegeben. Im J. 1564 veröffentlichte Papst Pius IV. in der Constitution Dominici gregis vom 24. März den auf Befehl des Tridentinums verfaßten Index librorum prohibitorum, welcher in der dritten und vierten Regel die erste allgemein verpflichtende Einschränkung des Bibellesens in der Volkssprache enthält. Die dritte Regel erlaubt das Lesen der heiligen Schrift des Alten Bundes nur frommen und kenntnißreichen Männern nach dem Urtheile des Bischofs, vorausgesetzt, daß sie sich dieser Übersetzungen nur als Erklärungen der Vulgata bedienen. Das Lesen von Übersetzungen des Neuen Testamentes, welche von häretischen Verfassern herrühren, ist Niemandem gestattet. Wichtiger ist die vierte Regel: »Da es durch die Erfahrung offenbar geworden, daß, wenn die heilige Schrift in der Landessprache überall ohne Unterschied zugelassen wird, daraus in Folge der Verwegenheit der Menschen mehr Schaden als Nutzen entspringt, so hat es in diesem Stücke bei dem Urtheile des Bischofs oder Inquisitors sein Bewenden; diese sollen auf das Gutachten des Pfarrers oder Beichtvaters das Lesen der von katholischen Verfassern in die Landessprache übersetzten Bibeln denen erlauben, von denen sie sich überzeugt halten, daß ihnen aus solcherlei Lesung kein Nachtheil erwachsen, sondern nur eine Zunahme des Glaubens und der Frömmigkeit erfolgen kann. Diese Genehmigung sollen sie schriftlich erhalten. Wer aber ohne eine solche Erlaubniß sich unterfängt, dieselbe zu lesen oder zu besitzen, kann, bevor er sie dem Ordinarius überantwortet hat, keine Nachlassung seiner Sünden erhalten.« Papst Sixtus V. entzog den Bischöfen das Recht, die erwähnte Erlaubniß zu ertheilen, und reservirte dasselbe sich, resp. der S. Congregatio Indicis. Clemens VIII. bestätigte dieß durch einen eigenen Zusatz zur reg. IV indicis. Papst Benedict XIV., resp. die Indexcongregation, restringirten die erwähnte Indexregel dahin, daß die Übersetzungen der heiligen Schrift, damit sie von der Indexcongregation erlaubt werden können, entweder vom heiligen Stuhle approbirt oder mit Anmerkungen aus den Schriften der heiligen Väter und anderer gelehrter und frommer Männer versehen sein müssen (vgl. Neithmayr-Thalhofer, Lehrb. der bibl. Hermeneutik, [Bd. 2, Sp. 682] Kempten 1874, 204 f.). Manche Theologen legen nun diese Verordnung Benedicts XIV. so aus, als ob dadurch der reg. IV indicis und den von Sixtus V. und Clemens VIII. dazu gemachten Additiones derogirt worden sei, so daß also seit Benedict XIV. für alle jene, welche eine vom heiligen Stuhle approbirte oder mit entsprechenden Anmerkungen versehene Bibelübersetzung lesen, keine specielle, persönliche Facultät mehr erforderlich, vielmehr das Bibellesen unter der obenerwähnten Voraussetzung allen Gläubigen allgemein und principiell erlaubt sei. Andere jedoch sind strengerer Ansicht und sehen in der erwähnten Constitution eine Verschärfung der früheren Bestimmung, besonders weil Benedict XIV. die Bestimmungen seiner Vorfahrer ausdrücklich bestätigte. Vgl. über diese Streitfrage Thalhofer a. a. O. 205; Ferraris s. v. Script. sacra, Append. n. 16. Über die Ansicht, daß die reg. IV. indicis und consequent alle dazu später erflossenen Zusätze in Deutschland keine förmliche Rechtskraft erlangt habe, s. Neithmayr-Thalhofer 205. Noch gehört hierher, daß Papst Clemens XI. in der Bulle Unigenitus vom 8. September 1713 in den Sätzen 79 – 85 incl. mehrere Irrthümer des Jansenisten Pasq. Quesnel, die das Bibellesen als zum Heile nothwendig darstellen und die kirchliche Disciplin als ein Entziehen des Wortes Gottes, des Lichtes u. s. w. verwerfen wollten, feierlich verurtheilte; den Wortlaut dieser Propositionen s. bei Denzinger, Enchir. symb. et defin. fid., nn. 1294 – 1300. Ebenso verurtheilte Pius VI. in der Bulle Auctorem fidei vom 28. August 1794 in der propos. 67 die doctrina der Synode von Pistoja, perhibens, a lectione Sacrarum Scripturarum nonnisi veram impotentiam excusare; als: falsa, temeraria … alias in Quesnellio damnata (Denzinger n. 1430). Pius VII. ermahnte den Bischof von Mohilew, er solle durchaus nicht das unbeschränkte Bibellesen der Laien in seiner Diöcese gestatten, und tadelte ihn theilweise, da er hierin nicht ganz correct gehandelt (Breve vom 3. Spetember 1816). Ein Decret der Indexcongregation vom 7. Januar 1836 unter Gregor XVI. erklärt: Revocanda iterum esse in memoriam, quae alias decreta sunt: vernaculas scil. Bibliorum versiones non esse permittendas, nisi quae fuerint approbatae a Sede Apostolica aut editae cum annotationibus desumtis ex sanctis Ecclesiae Patribus vel ex doctis catholicisque viris. Ähnlich Gregor XVI. in seiner Encyklika vom 8. Mai 1844 (vgl. Anal. J. P. I. Série 1855, 791 und II. Série 1857, 2662). »Die in einem großen Theile der Kirche heutzutage herrschende Disciplin,« bemerkt Stapfs Herausgeber in der Theol. mor., edit. 1863, »ist allerdings milder, insoferne den Gläubigen das Lesen von Bibelübersetzungen auch ohne specielle Erlaubniß, wofern dieselben den oben mehrfach angeführten Bedingungen entsprechen, gestattet erscheint« (vgl. auch Simar, [Bd. 2, Sp. 683] Moraltheologie, 2. Aufl., Freiburg 1877, 225 f.).

Die vorstehend entwickelte Praxis der Kirche, wonach nicht die Bibel überhaupt verboten ist, sondern nur dem zügellosen und ungeregelten Lesen derselben gerechte und heilsame Schranken gezogen werden, ist von jeher ein Gegenstand heftiger Angriffe und Entstellungen, namentlich von Seiten der Protestanten und Jansenisten, gewesen. Man hat der Kirche vorgeworfen, sie entziehe das Wort Gottes den Gläubigen, sie wache und sorge mit Furcht und Ängstlichkeit, daß ja Niemand, besonders nicht ihre eigenen Angehörigen, die Bibel in die Hände bekomme, um nicht durch Lesen in derselben den Widerspruch, in welchem die Lehre der Kirche zur heiligen Schrift stehe, zu entdecken. Demgemäß spricht man von »Bibelverboten in der katholischen Kirche«. So hat schon gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts Dr. T. Hegelmaier in seiner Schrift »Geschichte des Bibelverbotes, Ulm 1783«, darzuthun versucht: 1. daß die katholische Kirche wirklich ein Bibelverbot im eigentlichen Sinne statuirt habe; 2. daß dieses (vermeintliche) Bibelverbot zahlreichen Aussprüchen der heiligen Schrift, der heiligen Väter und vieler Kirchen- und anderer Schriftsteller widerspreche, ja 3. daß sich eben aus der heiligen Schrift und den Vätern direct eine Verpflichtung, die Bibel zu lesen, auch für den Laien nachweisen lasse. Auch heutzutage ist es Lehre der Protestanten, es sei eines der ersten Christenrechte, die Bibel zu lesen, und jeder einzelne Gläubige sei für sich verpflichtet, darin zu lesen und zu forschen.

Die große Divergenz der Lehre und Gesetzgebung der katholischen Kirche von der Praxis der Protestanten bei Lesung der heiligen Schrift hat ihren inneren Grund in der beiderseitigen Anschauung von dem Werthe und der Bestimmung der heiligen Schrift selbst. Während die Kirche erklärt, die nächste und formelle Glaubensregel könne unmöglich der todte Buchstabe der Schrift sein, sondern dieselbe bestehe in dem lebendigen Worte des unfehlbaren Lehramtes in der Kirche, ist nach dem protestantischen Glaubensprincip die heilige Schrift die alleinige und nächste regula fidei, und jeder einzelne Christ berechtigt und verpflichtet, in der heiligen Schrift zu lesen und zu forschen und so sich seinen eigenen, subjectiven Glauben daraus zu bilden. Während die Kirche lehrt, die heilige Schrift sei nur entferntere und materielle Glaubensquelle nebst der Tradition (sensu strictiori), so ist dieselbe dem Protestanten die ausschließliche und formale Glaubensregel und nicht bloß Glaubensquelle. Hat die katholische Kirche bewiesen, daß der in sich todte, der Verdrehung ausgesetzte Buchstabe der Schrift einer authentischen Erklärung bedürfe, und daß diese nur in der Kirche zu finden sei (Conc. Trid. Sess. IV; Conc. Vatican. Sess. III, cap. 2), so hat sich aus dem von den sogen. Reformatoren des [Bd. 2, Sp. 684] 16. Jahrhunderts aufgestellten Princip der sola Scriptura die Folgerung gebildet, ein jeder einzelne Christ könne und müsse in der Schrift forschen, und jedem einzelnen schließe sich der Sinn der heiligen Schrift von selbst auf. Demnach ist in der total verschiedenen Anschauung über das eigentliche Glaubensprincip der letzte Grund für die Verschiedenheit in der Auffassung des Bibellesens zu suchen; dazu kommt noch, daß nach katholischer Lehre die heilige Schrift nicht zwar in Allem, aber doch in Vielem dunkel und unklar ist. Diese Dunkelheit der Schrift werde noch erhöht in subjectiver Beziehung, d. i. wenn man in Betracht ziehe den Gläubigen, den Laien selbst, welcher oft durch Verhältnisse des unreifen Alters, durch den Mangel des nöthigen Bildungsgrades, noch mehr aber durch verkehrten Sinn, durch Leidenschaften u. s. w., am rechten Verständnisse der heiligen Schrift gänzlich oder theilweise gehindert sei (vgl. 2 Petr. 3, 15. 16; Apg. 8, 30. 31). Dem entgegen behauptete Luther die heilige Schrift sei an sich vollkommen klar: Sacra Scriptura per se certissima, facillima, apertissima, sui ipsius interpres, omnium omnia probans, judicans et illuminans est. Assert. artic. a Leone X. damnat. Praefat. Hatte aber Luther anfänglich die Klarheit der heiligen Schrift in Allem und Jedem ausgesprochen, so schränkte er und seine späteren Anhänger nachher dieses dahin ein, daß sie sagten, die heilige Schrift sei nur in rebus ad salutem necessariis vollkommen klar. Aber auch bezüglich der Klarheit der heiligen Schrift in subjectiver Beziehung lehrten die Reformatoren zuerst, die Bibel sei Allen ohne Ausnahme, auch dem gemeinsten Manne, vollkommen verständlich. Sie blieben sich aber, gerade wie dieß bei Luther am meisten der Fall war, in ihren Lehren nicht gleich, sondern restringirten ihre tolle Behauptung später dahin, die heilige Schrift sei gerade nicht jedem Christen klar, aber doch demjenigen, der fromm und des christlichen Namens würdig lebe.

Aus dem oben über das Verhältniß der heiligen Schrift zur Kirche und zur Glaubensregel Gesagten können wir nun folgern, daß die Kirche das Bibellesen an und für sich als etwas Gutes und Empfehlenswerthes ansieht. Allein die heilige Schrift als das Wort Gottes ist zu wichtig, die Ehrfurcht, welche die Kirche gegen dieselbe hegt, zu groß (Trid. Sess. IV), und die Gefahren und Übel, welche aus dem Mißbrauche derselben entstehen, dem Zeugnisse der Geschichte zufolge zu schrecklich, als daß die Kirche nicht mit aller Sorgfalt und Behutsamkeit über das Lesen der heiligen Schrift wachen sollte. Für diese Anschauung, daß das Bibellesen der Laien nur nützlich, nie nothwendig, oft aber sehr verderblich sein könne, hat die Kirche ihre triftigsten Gründe.

1. In der heiligen Schrift, auf welche die Protestanten sich ausschließlich berufen, findet sich kein Gebot, wodurch die Laien zur Lesung der heiligen Schrift, als zum Heile nothwendig, verpflichtet würden. Nicht den Befehl zu schreiben, [Bd. 2, Sp. 685] sondern den Auftrag zu predigen, hat Christus ertheilt: Gehet hin und lehret alle Völker (Matth. 28, 19), predigt das Evangelium aller Kreatur (Marc. 16, 15); mit diesen Worten hat Christus das Lehramt und den mündlichen Unterricht als den Weg der Bekehrung der Völker zu seiner Religion angeordnet, und mit den Worten: Wer euch höret, der höret mich (Luc. 10, 16), hat er seinen Gläubigen das Gebot gegeben zu hören, zu gehorchen, zu glauben. So hielten es auch die Apostel und die Gläubigen, jene, indem sie ausziehend überall predigten (Marc. 16, 20), diese, indem sie durch Anhören der Predigt der Apostel äußerlich, innerlich durch die Gnade des heiligen Geistes und ihre freie Willenszustimmung zu Christus bekehrt wurden (Apg. 13, 48; 16, 14). Daher schreibt Paulus ganz allgemein: Fides ex auditu (Röm. 10, 17), und lange, bevor nur eine einzige Schrift des N. B. entstanden, war das Evangelium in vielen Ländern schon verkündigt und zahlreiche Gemeinden schon gegründet. Dazu kommt als weiterer Grund die successive Entstehung der heiligen Schriften; wäre wirklich die heilige Schrift alleinige Glaubensquelle, und wäre das Lesen in derselben zum Heile nothwendig, so hätten die ersten Christen lange Zeit gar keine, dann eine nur unvollständige Glaubensregel besessen. Obwohl also die heilige Schrift der protestantischen Anschauung vom Bibellesen keineswegs günstig ist, so haben protestantische Theologen und Polemiker dennoch viele Stellen sowohl aus dem A. als auch dem N. B. für ihre Ansicht in Anspruch nehmen wollen; so beriefen sie sich auf Deut. 6, 6 – 9; 17, 18. 19; 31, 11. 12. Is. 8, 20; 34, 16. Jer. 31, 33. Ez. 2, 7; aus dem N. B. besonders auf Joh. 5, 39. Apg. 17, 11, sowie auf Röm. 15, 4. Col. 4, 16. 1 Thess. 5, 27 u. a. Die meisten der angezogenen Stellen sprechen entweder nur vom Anhören, Beherzigen, Bewahren des vorgelesenen Gesetzes, Wortes Gottes, oder sind an einzelne Stände, an betsimmte Personen, z. B. den König, oder Josue, den Propheten, die Pharisäer u. s. w., nicht aber an das ganze Volk gerichtet; der Sinn, den die Protestanten für ihre Lehrmeinung brauchen, ist in keiner einzigen der von ihnen angerufenen Stellen enthalten (vgl. J. Malou, La lecture de la sainte Bible, in’s Deutsche übersetzt von Ludw. Clarus, 2 Bde., Regensburg 1848, und Stöveken, 2 Bde., Schaffhausen 1849, I, 5, 1). Was die Berufung auf das A. T. insbesondere betrifft, so wurde schon bei den Juden die Bibel durchaus nicht ohne Auswahl oder ohne Rücksicht auf das Alter u. s. w. zum Lesen gegeben; so sagt Origenes, daß das Hohe Lied dem jugendlichen Alter durchaus nicht zum Lesen anvertraut wurde (vgl. Origen., Praefat. in Cant. Cantic.). Der heilige Gregor von Nazianz bemerkt, daß schon bei den Juden die heilige Schrift nur in einem gewissen Alter, bei reiferer Einsicht gelesen werden durfte, und äußert den Wunsch nach Erlaß eines ähnlichen Gesetzes unter den Christen (vgl. Orat. [Bd. 2, Sp. 686] 32, n. 32; Orat. 2, n. 48; Hier. Ep. 53 ad Paul.)

2. Ein solches göttliches Gebot, die heilige Schrift zu lesen, wie die Protestanten es für den einzelnen Gläubigen aufstellen, war dem ganzen christlichen Alterthum unbekannt; die Väter thun eines solchen nirgends eine Erwähnung, ja sie schließen oft geradezu das Privatlesen aus. Allbekannt ist, was Tertullian sagt De praescript. haeretic. cap. 14: Fides tua te salvum fecit, non exercitatio Scripturarum; fides in regula posita est, und der heilige Augustin: Homo fide, spe et caritate subnixus eaque inconcusse retinens non indiget Scripturis nisi ad alios instruendos; itaque multi per haec tria etiam in solitudine sine codicibus vivunt (De doctr. christ. I, 39). Man hat sich zwar mit Vorliebe auf die heiligen Väter und Kirchenschriftsteller, die doch sonst als Zeugen der Tradition im protestantischen Lager nicht besonders geschätzt werden, berufen, so z. B. Walch in: Kritische Untersuchung vom Gebrauche der heiligen Schrift in den ersten vier Jahrhunderten, Leipzig 1779; man hat förmliche Sammlungen von patristischen Citaten angelegt, so Hegelmaier (a. a. O.) und der für das unterschiedlose Bibellesen sich so ereifernde Exbenedictiner und Professor zu Marburg, Leander van Eß (Gedanken über Bibel und Bibellesen, Sulzbach 1816, und in mehreren anderen Schriften). Allein an den angeführten Stellen empfehlen die Väter wohl die Lesung der heiligen Schrift, stellen sie aber nie als Gebot im protestantischen Sinne hin, und ihre Worte sind sehr oft an Cleriker und Priester gerichtet, denen auch die Kirche die fleißige Lesung der heiligen Schrift nicht bloß anempfiehlt, sondern zur Gewissenspflicht macht. Viele andere Stellen handeln bloß von der öffentlichen Lesung der heiligen Schrift in der Kirche, keineswegs aber vom Privatlesen; so hat dieß bezüglich der Sammlung Walchs selbst Hegelmaier (a. a. O. 21) zugegeben. Ferner ist zu bemerken, daß sich zuweilen Aussprüche bei den heiligen Vätern finden, welche nie die Zustimmung der Kirche erlangt haben, oder daß sie selbst nur ihre Privatansicht äußern wollen, ohne für den Glauben und die Disciplin ihrer Zeit Zeuge zu sein. Auch darf nicht übersehen werden, daß, wenn einige der heiligen Väter für das Privatlesen der heiligen Schrift einzustehen scheinen, diese doch nicht in einen formellen Gegensatz mit der gegenwärtigen Disciplin der Kirche gebracht werden können: sie hätten in dieser Sache anders geschrieben, wenn sie die jetzige, strengere, durch den Mißbrauch hervorgerufene Praxis der Kirche vor sich gehabt hätten. Endlich muß noch in Anschlag gebracht werden, daß die heiligen Väter wie selbst Herzog (Realencyklop., 2. Aufl., II, 376) zugesteht, die Auctorität der Tradition und der Concilien ganz besonders hervorheben. (Vgl. Malou a. a. O. Kap. 6.)

3. Die heilige Schrift hat zwar den Zweck und die Bestimmung, ein Buch zur Belehrung, Erbauung [Bd. 2, Sp. 687] Tröstung für Alle zu sein; allein daraus folgt nicht, daß dieß durch Privatlesen Aller geschehen müsse. Man hat sich von Seite der Gegner auf die Aufschriften der Briefe, auf ihre vielfach allgemeine Bestimmung berufen (vgl. Hegelmaier a. a. O. 16 ff.) und gesagt: wenn schon die Briefe, so die Paulinischen, welche doch die schwersten Theile der Offenbarung enthalten, an alle Gläubigen ohne Unterschied, z. B. an die Gemeinde zu Rom, Corinth u. s. w., gerichtet sind, um wie viel mehr die übrige heilige Schrift! Allerdings ist die heilige Schrift für alle Christen geschreiben, sie ist ein Erbtheil aller Gläubigen; allein daß gerade die Briefe zunächst nur vorgelesen wurden, zeigt 1 Thess. 5, 27. Col. 4, 16, wo der griechische Ausdruck ἀναγνωσϑῆναι einen terminus technicus für das Vorlesen in der Kirche bildet. Man kann zugeben, daß in den ersten Zeiten die Christen auch privatim die heiligen Schriften lesen durften und auch gewiß lasen; es lag die Gefahr eines Mißbrauches eben nicht so nahe als jetzt. Die Christen der ersten Zeiten waren mit den Aposteln und deren Schülern und Gehülfen, später mit ihren Priestern und Vorstehern in engstem Verbande und waren dadurch vor etwaigem Mißverständnisse der heiligen Schrift bewahrt. Eben dieß aber will die Kirche durch ihre gegenwärtige weise Disciplin erreichen.

4. Auf die vielfache Dunkelheit der heiligen Schrift ist schon oben hingewiesen worden; es mögen hier noch die Worte des Vincentius Lerinensis über die zügellose Lesung und entgegengesetzte Auslegung der heiligen Schrift, wie sie die Häretiker übten, Platz finden: Sacram Scripturam alius aliter interpretatur: aliter namque illam Novatianus, aliter Sabellius, aliter Donatus exponit, aliter Arius, Eunomius … aliter postremo Nestorius (Commonit. cap. 2). Allbekant ist das Distichon des reformirten Theologen Petrus Werenfels:

Hic liber est, in quo quaerit sua dogmata quisque:
Invenit et pariter dogmata quisque sua,

und es ist nicht nöthig, auf die traurigen Folgen des unbeschränkten Lesens der heiligen Schrift unter den Protestanten ausführlicher hinzuweisen.

5. Die heilige Schrift ist, weil sie des in der Kirche lebenden Lehramtes als der auslegenden Norm bedarf, zunächst für das Lehramt in der Kirche bestimmt. Weil das Lehren, Predigen und Reinerhalten dem Hören, Glauben und Bewahren vorausgeht, ist die heilige Schrift zuerst bestimmt für diejenigen, die das Lehramt in der Kirche tragen und ausüben, und durch diese und in Verbindung mit diesen erst für die hörende Kirche, die Gläubigen, die Laien. Der Priester ist zur Lesung und zum Studium der heiligen Schrift nicht bloß berechtigt, sondern auch verpflichtet, und ihn hat die Kirche zu allen Zeiten auf das Angelegentlichste zum eifrigen Studium der heiligen Schrift ermahnt (vgl. Tübinger Quartalschrift 1877, 1. Heft). Dadurch aber, [Bd. 2, Sp. 688] daß die Kirche die Bibel vorzugsweise dem Priester zuweist, ist durchaus kein Monopol für den geistlichen Stand, wie man oft gegnerischerseits sich ausdrückt, statuirt: es kann ja auch der Laie, wenn er es nur unter der Leitung der Kirche thut und so der Gefahr des Schiffbruches im Glauben oder in den guten Sitten vorbeugt, die heilige Schrift lesen. Ungerecht geradezu ist aber der Vorwurf, die Kirche habe nichts gethan und thue nichts, um die heilige Schrift dem Laien zugänglich zu machen und sie unter das Volk zu bringen (vgl. Herzog a. a. O. 380). Was die älteste und alte Zeit des Christenthums betrifft, so ist es bekannt, wie gerade unter kirchlicher Auctorität die meisten Übersetzungen verfaßt und die meisten Arbeiten an der hl. Schrift geschehen sind. Wer waren die ersten Übersetzer, Erklärer und Kritiker der heiligen Schrift? Waren es nicht Priester oder Männer aus dem geistlichen Stande überhaupt, wie Origenes, Hesychius, Pamphilus, Ephräm, Hieronymus, Mesrob? Haben nicht die Päpste Damasus I. und Gregorius I. für die Aufnahme der Übersetzung des hl. Hieronymus Alles gethan? Hat nicht die Kirche stets gesorgt, daß die heilige Schrift in die Sprachen der von ihr freilich nicht durch Vertheilung von Bibeln, sondern durch apostolische Predigt bekehrten Völker alsbald übersetzt wurde? Was die neuere Zeit anbelangt, so hat die Kirche mehrere Übersetzungen in die wichtigsten neueren Sprachen in ihre Hand genommen, dieselben untersucht und auctoritativ approbirt und so das Bibellesen dem Laien ermöglicht, nicht zu reden von den zahlreichen älteren Übersetzungen, welche die Kirche stillschweigend approbirt oder geduldet hat. Dann gibt die Kirche, wenn sie die promiscua lectio S. S. untersagt, doch reichlichen Ersatz dafür, indem die erbaulichsten Stücke aus der heiligen Schrift in den ausgewählten Perikopen zur Vorlesung kommen und in der Predigt erklärt werden, indem die Jugend in der Schule in der biblischen Geschichte unterrichtet wird, indem die evangelischen Abschnitte in zahllosen Ausgaben unter dem Volke in Hausbüchern, sog. Hauspostillen, verbreitet sind, und indem auch die ganze heilige Schrift bei gebildeten Laien jetzt häufig genug anzutreffen ist.

6. Schließlich muß noch erwähnt werden, daß selbst die greichisch-schismatische Kirche und auch einige einsichtsvollere Männer unter den Lutheranern und Anglicanern nicht umhin konnten, der Disciplin der katholischen Kirche ihren Beifall direct oder indirect zu spenden. Es ist bekannt, welche Anstrengungen die Wittenberger lutherischen Theologen machten, um von den (schismatischen) Griechen die Erklärung einer Übereinstimmung ihrer Lehre mit der Lehre der griechischen Kirche zu erlangen; es ist aber auch bekannt, welchen Erfolg jene Bestrebungen gehabt. Hier möge der Beschluß des unter Dositheus, dem Patriarchen von Jerusalem, abgehaltenen Conciliums in Jerusalem vom Jahre 1672 [Bd. 2, Sp. 689] in Betreff des von den lutherischen Theologen so sehr vertheidigten Bibellesens Platz finden. Er lautet: »Es ist nicht nothwendig, daß alle Christen die Bibel in der Landessprache lesen: denn obgleich wir überzeugt sind, daß die heilige Schrift nützlich und selbst nothwendig ist, damit alle Menschen in Frömmigkeit leben, so glauben wir doch nicht, daß alle Gläubigen dieselbe lesen sollen. Man darf dieses Lesen nur denjenigen Personen verstatten, welche bei weislicher Auslegung die tiefen Geheimnisse in der heiligen Schrift zu verstehen im Stande sind, und welche die wahrhafte Art gelernt haben, sie zu lesen und auszulegen. Die katholische Kirche hat Recht gehabt, wenn sie nach einer traurigen Erfahrung dieses Lesen den Personen, welche die Bibel ohne Urtheil lesen, oder sich an den Buchstaben halten, oder dieselbe in einem irrthümlichen Sinne verstehen würden, untersagt« (vgl. Hardouin, Acta Concil. XI, 255). Über die weiteren meistens verunglückten Versuche der protestantischen Theologen und Bibelgesellschaften bei den schismatischen Griechen, namentlich in unserem Jahrhunderte, vgl. Malou a. a. O., II, 274 ff. Auch aus anglicanischem und protestantischem Lager haben Manche das unbeschränkte Bibellesen mißbilligt; so Millner, Ziel und Ende der religiösen Controversen, übersetzt Frankfurt a. M. 1828, S. 530. Mr. O’Callaghan, ein anglicanischer Geistlicher, schreibt: »Die Bibel ist ohne Erläuterungen nicht geeignet, von ungebildeten und unwissenden Menschen gelesen zu werden; die Masse des menschlichen Geschlechtes muß sich begnügen, seine Leitung von Anderen zu empfangen« (Le Conservateur III, 301, Paris 1819). Semler behauptete an verschiedenen Stellen seiner Paraphrasen, daß die heilige Schrift eigentlich nur für die Lehrer bestimmt sei, und daß die alte Kirche den allgemeinen Gebrauch derselben nicht gestattet habe (vgl. auch Lessings Axiomata 1778 und seine Thesen aus der Kirchengeschichte). Im 19. Jahrhundert erregte besonderes Aufsehen in dieser Hinsicht Ferdinand Delbrück in der Schrift: Philipp Melanchthon, der Glaubenslehrer, 1825. Der Rationalist Wegscheider wollte die heilige Schrift nur dann von Allen gelesen wissen, wenn ihr Erklärungen beigefügt wären (vgl. Instit. theol. 189, edit. 7, Halle 1833).

Noch müssen zwei schon erwähnte Einwürfe kurz beleuchtet werden. Der eine besagt, daß die katholische Kirche durch ihre Zurückhaltung der heiligen Schrift gegenüber dem Laien eine Mißachtung gegen die Bibel an den Tag lege. Aber wie kann und muß man darin, daß die Kirche die heilige Schrift nicht Jedem in die Hand gibt und sie also nicht mißbrauchen und profaniren läßt, nicht vielmehr eine große Hochachtung und Verehrung erblicken? Nolite sanctum dare canibus, mahnt der Heiland (Matth. 7, 6), neque mittatis margaritas vestras ante porcos. Was den zweiten Vorwurf betrifft, so sagen die Protestanten (vgl. hierher Herzog a. a. O. [Bd. 2, Sp. 690] 380), daß die Kirche allen Grund habe, die Lesung der Bibel ihren Gläubigen zu verbieten, damit diese nicht merken, daß so manche Elemente der Kirche in der Schrift nicht enthalten seien, ja daß die kirchliche Lehre vielfach in Widerspruch zur heiligen Schrift stehe. Darauf erwiedern wir: Nach katholischem Glaubensprincip ist die Schrift nicht die nächste Glaubensregel und nicht die einzige Glaubensquelle; Manches ist nur in der Tradition (sensu latiori), d. h. in dem lebendig überlieferten Worte Gottes in der Kirche, Anderes deutlich in der Tradition (sensu strictiori), als einer neben der Schrift bestehenden Glaubensquelle enthalten. für die meisten oder für fast alle katholischen Dogmen und Institutuionen finden sich in der heiligen Schrift wenn auch nicht immer ausdrückliche Beweise, so doch Andeutungen, Hinweisungen, und von keinem Dogma und von keiner einzigen Institution der Kirche kann gesagt werden, daß sie mit der heiligen Schrift in geradem Widerspruch stehe. Endlich liegt dieser protestantischen Behauptung die Verwechslung von Wesentlichem, Unwandelbarem und Unwesentlichem, Zufälligem, von Dogma und Schulmeinung zu Grunde. Wenn wir den heutigen Protestantismus, namentlich den freisinnigen, mit der Bibel vergleichen, wie unendlich weit hat sich denn dieser von der heiligen Schrift entfernt! Die Kirche aber braucht eine Vergleichung ihrer Lehre mit der heiligen Schrift nicht im mindesten zu scheuen.

Da sich also kein göttliches Gebot, die heilige Schrift zu lesen, irgendwie nachweisen läßt, so gehört die Verfügung darüber, wann, wo, wem diese Lesung zu gestatten, zu verweigern sei, zur Disciplinargewalt der Kirche, und nur wer die der Kirche innewohnende Disciplinargewalt läugnet, mag auch das ihr zukommende Recht bezüglich der Gestattung und Versagung des Bibellesens bestreiten. Diese Disciplin konnte und mußte natürlich zu verschiedenen Zeiten, Umständen, Orten u. s. w. eine verschiedene sein, und eine Änderung in Disciplinarsachen muß der Kirche ihrem Begriff nach zustehen. Wie mit dem Essen der idolothyta, mit der Verschleierung der Frauen, mit der communion unter beiden Gestalten u. A., ist es auch mit dem Bibellesen ergangen. Vor dem ersten Jahrtausend gibt es kein auctoritatives Verbot, die heilige Schrift zu lesen; erst als die Häretiker anfingen, sich ex professo auf die Bibel zu berufen, namentlich, als Luther und seine Anhänger die Bibel als solche zum Ausgangspunkt und zur Stütze ihrer Irrthümer machen wollten, und als späterhin die Bibel theils verstümmelt, theils gefälscht wurde, sah sich die Kirche zuerst genöthigt, das Bibellesen überhaupt zu überwachen, weil sie sich nicht selbst aufgeben konnte. Verkennung des Wesens der kirchlichen Disciplinargewalt und Verkennung der Zeitumstände ist es daher, wenn man der Kirche daraus, daß sie zu verschiedenen Zeiten das Bibellesen leichter oder schwerer oder gar nicht gestattete und gestattet, einen Vorwurf der Unbeständigkeit machen will oder dieß gar auf die Einheit der Kirche, bezw. deren Störung beziehen will. (Vgl. über diesen Gegenstand außer den schon erwähnten Schriften noch: Vom Lesen der heiligen Schrift, nach Johann von Neercassel [Bischof von Catoric in Holland], Mainz 1846; Die Bibel kein Lesebuch für Jedermann, nach Le Maire, Münster 1845.)

[O. Schmid.]


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