Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




[Bd. 2, Sp. 915]Blasius, hl., Bischof und Martyrer, lebte um 300. Vor seiner Erwählung zum Bischof von Sebaste in Armenien übte er die ärztliche Praxis, welche in den damaligen Zeiten aus seelsorgerisch-praktischen Gründen oft mit der priesterlichen Thätigkeit verbunden war. Er litt entweder unter Diocletian 287 oder wahrscheinlicher unter Licinius 316. Die Jäger des Statthalters Agricolaus fanden ihn in einer Felsenhöhle, wohin er sich vor der Verfolgung zurückgezogen hatte. Er wurde zuerst mit Stöcken geschlagen, dann auf der Folter mit eisernen Kämmen zerfleischt und schließlich enthauptet. Die Griechen begehen sein Fest am 11. Februar als gebotenen Feiertag; sein Name steht auch bereits in dem ältesten abendländischen Martyrologium, welches dem hl. Hieronymus zugeschrieben wird. Die Martyrologen des neunten Jahrhunderts, Rabanus Maurus, Ado, Usuard, Notker, verlegen sein Fest auf den 15. Februar, während es im römischen Martyrologium am 3. Februar angesetzt ist. Schon im Anfang des Mittelalters kamen Reliquien des hl. Blasius in’s Abendland, nach Tarent, Ragusa in Dalmatien, wo er Stadtpatron wurde, und nach St. Blasien im Schwarzwald. Er zählt als großer Wunderthäter unter die vierzehn Nothhelfer und wird besonders angerufen in Seelenleiden arger, verschwiegener Sünder sowie gegen Halsleiden; letzteres deshalb, weil er nach dem Bericht des Metaphrastes einen Knaben, den eine im Schlunde haftende Fischgräte dem Erstickungstode nahte gebracht hatte, durch sein Gebet im Kerker rettete. Aus demselben Anlaß wird auch der Blasiussegen am 3. Februar in mehreren Diöcesen Deutschlands und Böhmens ertheilt. Der Priester hält mit der linken Hand zwei Kerzen in Form eines Andreaskreuzes vor Gesicht und Hals des zu Segnenden und macht dann in der oberen Kreuzöffnung über denselben das Zeichen des Kreuzes mit der Formel: Per intercessionem s. Blasii, episcopi et martyris, liberet (so im Kölnischen; sonst auch wohl praeservet, oder liberet et praeservet) te a malo gutturis et a quolibet alio Deus Pater et Filius et Spiritus Sanctus. Amen. Für die Segnung der hierbei gebrauchten Kerzen gibt es in den betreffenden Agenden besondere Benedictionsformeln. (Vgl. Bolland., [Bd. 2, Sp. 916] Febr. I, 331 sqq.; hier sind vier verschiedene griechische Bearbeitungen der Legende des hl. Blasius zusammengestellt, die aber, weil sämmtlich jüngern Ursprunges, in den Einzelheiten keine besondere Glaubwürdigkeit besitzen; Pagi ad ann. 316; J. Assemani in Calend. univ. ad 11. Febr. VI, 123.)

[Küpper.]


Zurück zur Startseite.