Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Briçonnet, Robert, Erzbischof von Rheims und Kanzler von Frankreich, verdankte seine schnelle Erhebung der Gunst seines Bruders, des Cardinals von St. Malo, bei Karl VIII. und war anfangs Rath beim Pariser Parlamente, dann Vorsitzender des Enquêtewesens und hatte als solcher Sitz im Staatsrathe. Der König übertrug ihm bald darauf die reiche Abtei St. Waast (Arras) und berief ihn (vor seinem Bruder Wilhelm) auf den erzbischöflichen Stuhl von Rheims. Vor dem Aufbruch nach Italien übergab ihm Karl das Staatssiegel und ernannte ihn auf seinem Rückzuge in Turin durch Patent vom 30. August 1495 zum Staatskanzler. Als solcher legte Briçonnet in die Hände des Regenten, des Herzogs von Bourbon, den Eid als Großofficier der Krone ab, starb aber schon bald nachher unerwartet zu Moulins (3. Juni 1497). Sein Secretär war der Humanist Wilhelm de Mare. (Vgl. Biogr. univers. V, 515.)

[Weinand.]


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