Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Cingulum (balteus, ζώνιον, ζώνη, στρόφιον, cinctorium, zona), liturgisches Kleidungsstück, war zur Schürzung der langen Gewänder nicht bloß bei Griechen und Römern, sondern auch bei den Juden (1 Sam. 18, 4. Apg. 21, 11) gebräuchlich. Es bestand aus Leder, bei Priestern aus Leinen (Lev. 16, 4), und war mit Hyacinth, Purpur und Carmosin gefärbt (Ex. 39, 28). Es muß daher das Cingulum der christlichen Priester und Cleriker, welches die Albe gürtet, als ein syncretisches Gewandstück angesehen werden. Im Mittelalter hatte es breite Bandform, seit dem 16. Jahrhundert wurde es nicht selten wie ein Strick geflochten. Nach den jetzigen liturgischen Vorschriften soll es aus Leinen (S. C. 22. Jan. 1701) oder doch aus Wolle (S. C. 23. Dec. 1862) bestehen; ist es weiß, so kann es für alle Fälle benutzt werden, farbige jedoch sind nur juxta colorem paramentorum zulässig (S. C. 8. Jun. 1709). An den Enden darf es mit Quasten oder auch mit Buntstickerei geziert werden. In der heiligen Schrift ist der Gürtel ein Zeichen der Freundschaft (1 Sam. 18, 4), der Macht (Ps. 44, 4), der Gerechtigkeit (Is. 11, 5); im Mittelalter wird das Cingulum mit den Geißelungsstricken Christi verglichen (Durand. Rat. 3, 4, 6; Kelle, Speculum ecclesiae, altdeutsch, München 1858), und nach dem Missale bedeutet es die Puritas.

[Andreas Schmid.]


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