Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Dioecesana lex oder Diöcesanrecht heißt nach einem mittelalterlichen Kunstausdruck ein bestimmter Theil der dem Bischofe zustehenden Gewalt (des jus episcopale). Während nämlich ursprünglich der ganze Umfang der bischöflichen Jurisdiction Lex dioecesana genannt wurde (c. 9, X 1, 33; c. 4, X 3, 37), unterschied man, seitdem die Exemtion der Regularen durchgeführt war, zwischen der Lex jurisdictionis und Lex dioecesana. Die Auffassung dieser beiden Begriffe bleibt bei den verschiedenen Auctoritäten eine verschiedene. Gewöhnlich rechnet man zur Lex jurisdictionis alle ex potestate ordinis und ex confirmatione papae fließenden Rechte, zur Lex dioecesana aber die Berechtigung zum Bezuge bestimmter (nicht zufälliger) Einkünfte und Abgaben, wie des Cathedraticum, der quarta funeralium, der quarta decimationum u. dgl. Zuweilen unterscheidet man auch potestas ordinis, jurisdictio und Lex dioecesana (Devoti, Instit. juris can. 1, 2, 13, ed. Gand. 1846, I, 116). Richtig ist aber nur die Auffassung, wonach die Lex jurisdictionis alle Rechte umfaßt, welche dem Bischof über sämmtliche Gläubigen der ganzen Diöcese zustehen, die Lex dioecesana aber diejenigen Rechte begreift, welche er über alle mit Ausnahme der exemten Regularen ausübt (Bened. XIV., De Syn. dioec. 1, 4, 3; Schulte, Kath. K.-R. II, 218). Die Unterscheidung ist also ohne praktischen Werth.

[Kaulen]


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