Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Ektenie (ἐκτενὴς sc. εὐχή), anhaltendes Gebet (cf. Act. 12, 5: προσευχὴ ἐκτενής, oratio sine intermissione, slavisch jektenja, rumänisch ectenia) ist ein litaneiartiges Gebet, welches sowohl in der Messe als in dem Brevier und den übrigen gottesdienstlichen Functionen des morgenländischen Ritus häufig vorkommt. Sie heißt auch συναπτή, weil sie aus mehreren Bitten zusammengeknüpft ist, εἰρηνικά (slavisch miranja, rumänisch en pace), weil darin um den Frieden gefleht wird; διακονική, weil regelmäßig der Diacon sie vorbetet. Die große Ektenie besteht aus zwölf, die kleine aus zwei Absätzen; bei jedem antwortet der Chor mit Kyrie eleison, bei der sog. Bittektenie auf die sechs Bitten mit »Herr, gewähre«. Bei der Ektenie der nachdrücklichen Gebete oder der Wiederholungen antwortet der Chor bei jeden Absatze mit dreimaligem Kyrie eleison. Zum Schlusse wendet man sich bei jeder Ektenie an Maria und alle Heiligen um Fürsprache und endet mit der Lobpreisung der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Als Beispiel geben wir die kleine Ektenie nach der dritten Antiphonie der Vesper. Diacon: Noch und abermals lasset uns im Frieden beten vor dem Herrn. Chor: Kyrie eleison. Diacon: Eingedenk unserer allheiligen, reinen, allerseligsten und glorreichen Gebieterin, der Gottesgebärerin und allzeit jungfräulichen Maria und aller Heiligen, lasset uns ein Jeder sich selbst und Alle untereinander und unser ganzes Leben Christo, unserm Gott, empfehlen. Chor: Kyrie eleison. Priester: Denn du bist unser Gott, und zu dir, dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, senden wir empor Lob und Preis jetzt und allezeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit: Chor: Amen.

[Heuser.]


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