Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Faldistorium (auch Fandistorium, Facistorium, Faldestolus, Faltstuhl), ein Sessel, der sich zusammenlegen lässt; er wird von Prälaten (Cardinälen, Bischöfen, infulirten Äbten) bei Pontificalfunctionen gebraucht, wenn sie in der Kirche an einer andern Stelle als ihrem gewöhnlichen Throne (cathedra, sedes) sich niederzusetzen haben. Es ist unrecht, die Cathedra selbst Faldistorium zu nennen (vgl. Cerim. Episc. l. 1, c. 7, n. 4); letzteres ist nämlich ein einfacher Tragsessel, die Cathedra dagegen ein Thronsessel, der gewöhnlich kostbar eingefasst, mit einem Baldachine versehen ist, und eine Lehne für Rücken und Arme hat (S. R. C. 23. Maii 1603; Cerim. episc. l. 1, c. 13). Übrigens ist das Faldistorium auch nicht mit den sogenannten Banci synonym, auf denen sich die Geistlichkeit vom priesterlichen oder noch niederern Range niedersetzt, wenn der Bischof auf der Cathedra sitzt, oder ein feierlicher Gottesdienst, Amt oder Vesper von einem Priester gehalten wird. Diese Banci sind gewöhnliche Stühle ohne Rücken- und Armlehne, welche höchstens mit einem Tuche bedeckt sein dürfen (S. R. C. 19. Maii 1614; 28. Maii 1626).

[F. X. Schmid.]


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