Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Gabriel (גֶּבֶר אִל = גַּבְרִיאֵל‎, Mann Gottes, nicht »Kraft Gottes«), einer der höheren Engel (Erzengel, s. d. Art.), erscheint im Alten und Neuen Bunde als Überbringer froher Botschaften und Interpret höherer Offenbarungen. Dem Propheten Daniel deutet er das Gesicht vom Widder und Ziegenbock (Dan. 8. 15 ff.) und gibt ihm Aufschlüsse über die 70 Jahrwochen (Dan. 9, 20 ff.). Dem Priester Zacharias kündet er im Tempel bei der Darbringung des Rauchopfers die Geburt Johannes des Täufers (Luc. 1, 11 20), und der seligsten Jungfrau zu Nazareth die Geburt des Weltheilandes an (Luc. 1, 26–38). Da ihm Zacharias nicht glauben will, nennt er ihm ausdrücklich seinen Namen und bezeichnet sich hiermit als denjenigen, der schon dem Propheten Daniel in göttlichem Auftrage wichtige und für das Volk Gottes erfreuliche Offenbarungen überbracht habe und für dessen Wohl besorgt sei. Deßhalb wird er auch als ein Schirm- und Schutzengel des auserwählten Volkes betrachtet (vgl. Maldonat. in Luc. 1, 19). Die Kabbalisten machen Gabriel zum Lehrer des Patriarchen Joseph, und nach der islamischen Überlieferung hat Mohammed von ihm seine Offenbarungen erhalten und ist durch ihn in den Himmel getragen worden (vgl. Calmet, Diction bibl. s. v.)

[Welle.]


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