Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Gelobt sei Jesus Christus (Laudetur Jesus Christus) ist eine Formel, mit der sich viele Christen zu grüßen pflegen, wenn sie einander auf der Straße begegnen oder in ein Haus eintreten, oder ein Haus verlassen. Der Gegrüßte erwidert hierauf: In Ewigkeit (In aeternum, In saecula, Amen, Semper). Um diese Grußweise zu verbreiten, verlieh Papst Sixtus V. (Reddituri) jedem Gläubigen, so oft er in solcher Weise andächtig grüßt oder begrüßt antwortet, Ablaß von 50 Tagen. Wer diese Grußweise sich zur Gewohnheit macht, ist sogar durch dieselbe päpstliche Constitution in der Sterbestunde mit vollkommenem Ablasse begnadigt, wenn er den Namen Jesu andächtig und reumüthig mündlich oder (so er es mündlich nicht mehr thun kann) wenigstens im Herzen anruft. Auch sind Prediger, welche hierzu aufmuntern, dieselben Ablässe verliehen. – Offenbar liegt dieser frommen Sitte die Überzeugung zu Grund, daß Jesus der Eckstein unseres Glaubens ist und uns daher auch in allem Thun und Lassen vorschweben soll. Es verräth wahrlich keine Bildung, wenn in unseren Tagen diese schöne Sitte unter den sogen. gebildeten Ständen als gemein gemieden wird. – Das christliche Alterthum hatte ähnliche Formeln. So kommt bei Augustin der Ruf vor: Christo laudes (Serm. 323, al. 32 De div.). Chrysostomus begann seine Predigten öfters mit dem Spruche: Gott sei gepriesen (Hom. 13 ad pop. Antioch.).

[F. X. Schmid.]


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