Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Kircheninventar (inventarium, in der Gesetzessprache auch repertorium, synopsis bonorum, ἀναγραφή) ist überhaupt ein Verzeichniß von dem Eigenthum einer Kirche. Nach dem bestehenden Sprachgebrauch ist dasselbe eine unter öffentlicher Auctorität verfaßte Beschreibung aller nutzbringenden Rechte und aller beweglichen und unbeweglichen Habe einer Kirche; oder es ist die Beschreibung der Utensilien, die zum Kirchengebrauche vorhanden sind. Da der Ausdruck inventarium häufig von dem Complexe beweglicher Gegenstände, z. B. bei einem Landgute, gebraucht wird, so kann man unter Kircheninventar auch die einer Kirche angehörigen Gegenstände und Geräthschaften verstehen, ohne daß dabei an ein bestimmtes Verzeichnis zu denken ist. Nach dem römischen Rechte wird von jedem Verwalter fremden Vermögens, der zur Rechnungsablegung verbunden ist, von jedem Geschäftsführer, sowie überhaupt von jedem, der einen Complex von Gegenständen in Verwahrung und dieselben wieder auszuliefern hat, die Anfertigung eines Inventariums gefordert; dieß hat er denen einzuhändigen, welche an ihn Anspruch zu machen haben. Wie diese Verordnung den Zweck hat, den Eigenthümer in seinem Besitze sicher zu stellen, so dient das Kircheninventar ebenfalls als Controle für die Verwaltung und Aufbewahrung des einer Kirche zugehörenden Eigenthums und Vermögens.

[Khuen.]


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