Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Lazier heißt ein asiatischer Volksstamm, der in den Zeiten des Plinius, Arrian und Ptolemäus am nördlichen Rande von Kolchis wohnte, zur Zeit des Kaisers Justinian über ganz Kolchis herrschte, selbst aber unter der Oberherrschaft der Perser stand. Lange vorher hatten sich schon viele der benachbarten Völkerschaften dem Christenthume zugewendet, als endlich auch Zathus (Tzathus), Fürst der Lazier, überzeugt von dem Vorzug der christlichen Religion vor den Gebräuchen der Magier, zwischen 520–522 nach Constantinopel reiste und sich taufen ließ, wobei der Kaiser selbst sein Taufpathe war. Zugleich bat er den Kaiser, ihn zu krönen, damit er nicht, wenn er nach früherer Sitte die Krone aus den Händen des persischen Königs empfange, an den damit verbundenen Opfern und heidnischen Cerimonien theilzunehmen genöthigt wäre. Von dem Kaiser gekrönt, reichlich beschenkt und mit einer vornehmen christlichen Griechin vermählt, kehrte Zathus nach Lazien zurück (Theophan. Chronogr. ad a. 515). Bald darauf erscheinen die Lazier schon als eine christliche Nation, und Procopius (Bell. Pers. 2, 28) nennt sie die allereifrigsten Grade, von ihren Nachbarn, den Iberiern (s. d. Art. Iberien), rühmt (B. Pers. 1, 12). Für den christlichen Eifer der Lazier zeugt ferner, daß der Perserkönig Chosroës im Schilde trug, sie von Kolchis weg in das Innere Persiens zu verpflanzen, um sie auf diese Weise von den christlichen Iberiern, mit denen sie eine Mauer gegen das Perserreich bildeten, zu trennen (ib. 2, 28); ebenso, daß sie sich, als ihr König Gubazes durch die Unthat eines römischen Feldherrn getödtet worden war, dennoch nicht an die Perser anschlossen, damit nicht bei einer Verbindung mit denselben ihr christlicher Glaube in Gefahr komme (Agathias 3, 12). Aus dem, was Procopius (B. Goth. 4, 2) erzählt, daß die Bischöfe der Lazier bei einem benachbarten freien christlichen Volke, welches weder von den Römern noch den Laziern abhänge, die Priester einsetzten, scheint hervorzugehen, daß von Lazien aus für die Verbreitung des Christenthums in der Nachbarschaft gearbeitet worden sei. Auch andere Nachbarn der Lazier wurden damals zur christlichen Religion bekehrt oder waren schon Christen. So empfingen unter Justinians Regierung die Abasger, von Alters her Unterthanen der Lazier, das Christenthum, indem ihnen Justinian Geistliche sendete, eine Kirche erbaute und das Volk dadurch dem Christenthume sehr geneigt machte, daß er ihren Fürsten den schändlichen Handel mit verschnittenen Knaben, den sie bisher als Heiden getrieben hatten, strenge untersagte (Procop. B. Goth. 4, 3).

[Schrödl.]


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