Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Linda (Lindanus), Wilhelm Damasus van, einer der berühmtesten katholischen Polemiker des 16. Jahrhunderts, geboren zu Dordrecht im J. 1525, war Professor der Exegese zu Löwen und zu Dilingen, dann Decanus im Haag und Glaubensinquisitor in Holland und Friesland. Durch Lehre und Schriften bekämpfte er auf’s Eifrigste die damaligen Irrlehrer und hatte von denselben Vieles zu leiden, besonders nachdem er von Philipp II. von Spanien, welcher ihn seines Muthes und seiner Hingebung wegen sehr hochschätzte, auf das eben errichtete Bisthum Roeremonde erhoben worden war. Denn gerade die Errichung neuer Sprengel hatte die ketzerische Wuth auf’s Äußerste gereizt. Lindanus war die Seele aller Bestrebungen, den katholischen Glauben in den Niederlanden aufrecht zu erhalten; deßhalb scheute er keine Opfer. Zweimal begab er sich in diesen Angelegenheiten nach Rom. Hier erwarb er sich die vorzügliche Hochachtung Gregors XIII., so daß dieser ihn für den bischöflichen Stuhl von Gent bestimmte. Aber erst 1588 konnte Lindanus denselben einnehmen und starb schon drei Monate später (2. Nov. 1588). Durch seine ausgezeichneten Kenntnisse, seine hohen Tugenden, seine Weisheit und Entschiedenheit verschaffte er sich selbst bei den Feinden seiner Religion großes Ansehen. Unter seinen Schriften steht an erster Stelle Panoplia evangelica s. de verbo Dei evangelico libri V, Colon. 1559. 1571. 1577. 1590; Par. 1564; letzterer Ausgabe sind Tabulae analyticae omnium haereseon hujus saeculi beigefügt. Von den übrigen Schriften sind hervorzuheben: De optimo genere interpretandi scripturas, Colon. 1558 (hauptsächlich gegen Laurentius Valla, Erasmus, Calvin und Robert Estienne); Apologeticon libri III ad Germanos pro concordia cum catholica Christi ecclesia, 2 voll., Antw. 1570 ad 1578; Dubitantius, Dialogus de origine sectarum hujus saeculi, Colon. 1571; Stromatum libri tres pro defensione Concilii Tridentini, ib. 1575; De apostolico virginitatis voto atque sacerdotum coelibatu, ib. 1577 (beide Schriften hauptsächlich gegen Chemnitz); Concordia discors sive quaerimonia Christi ecclesiae, ib. 1583; Missa apostolica sive liturgia S. Petri apostoli, Antw. 1588; dann viele ascetische und biblische Tractate. (Vgl. Arnoldus Havensius, Vita G. Lindani, Colon. 1609; Foppens, Bibl. Belgica I, 410 sq.; Dupin, Bibl. des auteurs ecclés., éd. Amsterd. XVI, 1710, 137.)

[Fritz.]


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