Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Oblati – Oblatae, Name für das in der mittelalterlichen Klostergeschichte hochbedeutsame Institut gottgeweihter Kinder und Erwachsenen. A. Die Kinderoblaten. Pueri oblati (Puellae oblatae) waren Kinder, welche schon in frühester Jugend von ihren Eltern in feierlicher Weise Gott geweiht und einem Kloster gleichsam als Eigenthum übergeben wurden, um daselbst für das Ordensleben erzogen zu werden. I. Geschichtliche Entwicklung. Die Sitte, Kinder der Kirche resp. dem Kloster zu opfern, hat ihr alttestamentliches Vorbild bereits im Nasiräat der Juden (s. d. Art. Gelübde bei den Israeliten V, 248, und vgl. die Stellen Richt. 13, 5. 7. 24. 1 Sam. 1, 11. Luc. 1, 15), aus denen das Mittelalter auch gern die Berechtigung jener Sitte herleitete. 1. Im Oriente reichen die Anfänge des Oblateninstituts zurück in die Lauren oder Einsiedlercolonien der Väter in der Wüste (Rosweyd, Vitae Patrum, Antverp. 1628, 126. 739. 926). Als eigentlicher Gründer muß Basilius der Große gelten, der in seiner Regel (Reg. maj., Interrog. 15, bei Migne, PP. gr. XXXI, 951 sqq.) zuerst genaue Bestimmungen darüber aufstellte. Auch ganz junge Kinder waren der Aufnahme fähig. Waisenkinder sollten ohne Weiteres aufgenommen werden, andere Kinder nur, wenn sie von den Eltern zugeführt und im Beisein von Zeugen übergeben würden. Die Oblation legte aber den Kindern nach Basilius im Gegensatz zur spätern Praxis keine absolute Verpflichtung zum Mönchsstande auf; vielmehr sollten sich dieselben, wenn sie zur Reise der Vernunft gelangt waren, selbständig für oder gegen Ablegung der Gelübde entscheiden. Als Zeitpunkt dafür galt das 16.–17. Lebensjahr. Wer einmal zurückgetreten war, wurde nicht wieder aufgenommen. Dieß blieb die Praxis im Orient mit einigen Abweichungen bis auf den heutigen Tag (vgl. Binterim, Denkwürdigkeiten III, 2, 483 f.; Thomass. Vet. et nov. Eccl. disc. I, 3, c. 53, n. 4–6). Daß diese Einrichtung auch in den abendländischen Klöstern vor dem hl. Benedict bestand, geht aus gelegentlichen Erwähnungen, z. B. bei Hieronymus (Ep. 107 ad Laetam; Ep. 128 ad Gaudent.), Salvianus (s. Migne, PP. lat. LIII, 192. 209), hervor. Auch die Regel des hl. Cäsarius von Arles für das von ihm um 510 gestiftete Nonnenkloster kennt Kinderoblaten (Migne, PP. lat. LXVII, 1108). 2. Die Regel des hl. Benedict führte in das Oblateninstitut ein wesentlich neues Moment ein, indem sie der feierlich vollzogenen Oblation eine absolute Verpflichtung zum Mönchsstande beilegte. Der Oblate mußte, zu den Jahren der Reife gelangt, die von den Eltern gemachte Oblation ratificiren und durfte nicht mehr in die Welt zurückkehren. Um ihm jeden Reiz zum Rücktritt zu benehmen, verlangte der hl. Benedict von reichen Eltern das eidlich bekräftigte Versprechen, daß sie dem Oblaten von ihrem Eigenthum weder selbst noch durch eine Mittelsperson irgend etwas geben, noch auch irgendwie ihm eine Gelegenheit bieten würden, etwas zu erlangen. Falls sie das nicht wollten, sondern dem Kloster zum Ersatze irgend etwas als Almosen darzubringen wünschten, so hatte dieß so zu geschehen, daß sie dem Kloster selbst ein Geschenk von ihren Gütern machten, deren Nutznießung sie jedoch, wenn sie wollten, sich vorbehalten konnten. Auf diese Weise sollte dem Knaben jeder Anreiz fern bleiben, wodurch er verführt werden und zu Grunde gehen könnte (Reg. S. Bened. 59).

Bezüglich des Alers stellte Benedict keine Forderungen, wie dieß die Ausdrücke puer minori aetate, pueri parvuli, infantes (Reg. c. 45. 63) und die Aufnahme von Placidus und Faustus als 7jähriger Knaben zeigen. Es gibt sogar Beispiele, daß Wiegenkinder aufgenommen wurden. – Mit der Ausbreitung der Regel des hl. Benedict ging auch das Oblateninstitut in die Benedictinerklöster von Frankreich, Deutschland, Spanien und England über; namentlich in dem letztern Lande blühte es herrlich auf und zeitigte in Beda, Willibrord, Winfried (Bonifatius) u. A. die schönsten Früchte. Auch in den Klöstern anderer oder combinirter Regeln fand es mit einigen Abweichungen Aufnahme. So bestimmt z. B. die Regel des hl. Aurelian von Arles das 10. Lebensjahr als Bedingung zur Aufnahme und läßt dem Oblaten das Recht späterer testamentarischer Verfügung über sein Erbe (Migne, PP. lat. LXVIII, 387). Die Anschauung des hl. Benedict ging auch in die Regel des hl. Isidor von Sevilla und des Erzbischofs Fructuosus von Braga über, und auf dem vierten Concil von Toledo ward für Jahrhunderte eine Richtschnur in dem Canon 49 aufgestellt: Monachum aut paterna devotio aut propria professio facit; quidquid horum fuerit, alligatum tenebit. Proinde his ad mundum reverti intercludimus aditum et omnem ad saeculum interdicimus regressum. 3. Schwerer als den romanischen Völkern wollte die Anerkennung der absoluten Verbindlichkeit der Oblation noch unmündiger Kinder den Germanen mit ihrem stärker ausgeprägten Freiheitssinn eingehen. Doch wurde eine dießbezügliche Frage des hl. Bonifaz bei Papst Gregor II. im J. 725 von Rom aus entschieden zu Gunsten der alten Anschauung beantwortet (Jaffé, Bibl. Rer. Germ. III [Monum. Mogunt.], 90). Letztere wurde auch gegenüber dem Versuche Karls des Großen in seinen Capitularien (s. Mon. Germ. hist. Leg. I, 167, n. 10), der freien Selbstbestimmung der Oblaten das Wort zu reden, in der auf der Generalversammlung der Äbte in Aachen 817 verfaßten Reg. Monach. festgehalten, freilich mit der Modification, daß die Oblaten tempore intelligibili, d. h. wenn sie einmal zu den Unterscheidungsjahren gelangt seien, die Oblation ihrer Eltern ratificiren sollten (Mon. Germ. l. c. 202, n. 36). Indeß hatte diese Ratification bloß die Bedeutung einer quasi votorum renovatio. Ebenso siegte die alte Praxis bei dem Streite, der sich in Betreff des Gottschalk von Orbais (s. d. Art. V, 942) entspann. Dieselben Anschauungen vertraten die Nationalconcilien von Worms (868) und Tribur (895). 4. Erst die aus den Klosterreformen des 10. und 11. Jahrhunderts erwachsenen neuen Congregationen von Clugny in Frankreich, Camaldoli und Vallumbrosa in Italien führten auf Grund des traurigen Verfalls, der durch berufslose Oblaten in die Klöster gekommen, die Änderung ein, daß die Segnung der Oblaten bis zum gesetzlichen Alter, nämlich bis zum 15. Lebensjahr, »wenn nicht länger«, zu verschieben sei, d. h. nach der Erklärung Mabillons bis zur Zeit, da sie sich entscheiden konnten (Mabillon, Vet. Anal. [nov. ed., Par. 1723], 157). Die deutsche, von Abt Wilhelm (1069–1091) gegründete Congregation von Hirsau und die davon abhängigen Klöster schlossen das Oblateninstitut sogar ganz aus, und Wilhelm wird von Udalrich (s. Antiq. Consuet. Clun., bei Migne, PP. lat. CXLIX, 637) belobt, daß er »diese Einrichtung, durch welche so viele Klöster ruinirt worden, so gründlich ausgerottet«. Die Begründung, »die Weltleute sollten sich nur nach anderen Nestern umsehen, um ihre mißtgestalteten und enterbten Jungen unterzubringen«, deutet zugleich auf die von gleichzeitigen und späteren Schriftstellern bitter beklagte Unsitte hin, die Klöster als eine Art Ablagerungsplatz und Versorgungsanstalt für mißliebeige oder überzählige Kinder zu betrachten. Dagegen blieb das Institut in seiner alten Form in England und Italien bestehen, und die vielen daraus hervorgehenden ausgezeichneten Männer, wie Anselm, Lanfranc, Landulf, Johann von Gaëta (der spätere Gelasius II.), zeigten, daß nur der Mißbrauch und die Vernachlässigung der alten weisen Verordnungen die Einrichtung gefährlich machten. Auf einen solchen Mißbrauch muß der allmälige Niedergang Clugny’s zurückgeführt werden, welchen die Verordnung Peters des Ehrwürdigen (gest. 1156), daß fortan nicht mehr als sechs Oblaten gleichzeitig im Kloster sein dürften, nicht aufhalten konnte. Es ist darum nicht zu verwundern, daß die neugegründeten Orden des 11. und 12. Jahrhunderts, die Carmeliter, Prämonstratenser, Karthäuser, Cistercienser, Guilbertiner, Humiliaten, deßgleichen die im 12. Jahrhundert entstandenen Ritterorden und die späteren Mendicantenorden, das Institut grundsätzlich ausschlossen (vgl. z. B. die Regel der Tempelherren Kap. 61 [Migne, PP. lat. CLXVI, 870 sq.]). Die Behauptung Mabillons (l. c. 157), Martène’s u. A., daß auch Monte Cassino im 12. Jahrhundert das Institut abgeschafft habe, wird von Magagnotti (De antiq. Ritu offerendi Deo Pueros etc. c. 10, n. 2, bei Fleury, Discipl. populi Dei, Venet. 1761, II, 3, diss. 47, p. 321 sqq.) bestritten. Hingegen fanden die Oblaten Eingang in die seit Mitte des 11. Jahrhunderts aus dem Chrodegang’schen Institut herausgewachsenen Regular- und Säcularcanonicate. Im Allgemeinen wurde jetzt die Oblation immer seltener, erhielt sich aber namentlich in den Benedictinerklöstern bis zum Tridentinum und darüber hinaus. Die absolute Verbindlichkeit der Oblation ist aber schon beim hl. Thomas (S. Th. 2, 2, q. 88, a. 8 et 9) ein längst überwundener Standpunkt, der endlich auch in der kirchlichen Gesetzgebung(c. 11, X 3, 31) abgeschafft wurde. Nach dieser Bestimmung wird die Oblation minderjähriger Kinder erst verbindlich, wenn dieselbe nach erlangter Pubertät (d. h. nach dem alten Recht bei Knaben im 15., bei Mädchen im 13., nach dem Trid. Sess. XXV, c. 15 De reg. im 17. Jahre), sei es durch wirkliche, sei es durch stillschweigende Profeß, bestätigt wird (vgl. auch Barbosa, Collect. Doct. in jus Pontif. Lugd. 1737 sqq., zu c. 11, X 3, 31). Ob das Tridentinum das Oblateninstitut abrogirt habe, ist eine vielumstrittene Frage; jedenfalls mußten die dießbezüglichen späteren kirchlichen Erlasse (Thomassin, Vet. et nov. Eccl. discipl. I, 3, c. 58, n. 5; c. 59, n. 7) das gänzliche Verschwinden desselben beschleunigen. Das Wiederaufleben des Oblateninstituts in der neuen cassinensischen Congregation und in der von Beuron beruht auf einer wesentlich verschiedenen Gestaltung.

II. Innere Entwicklung des Oblateninstituts. 1. Das Recht der Oblation stand nachder Regel der hll. Basilius und Benedict nur den Eltern, nach späteren Commentatoren auch wohl den Vormündern zu. 2. Der ziemlich gleichmäßige und feierliche Ritus der Aufnahme, der im Wesentlichen schon in der Regel des hl. Benedict vorgeschrieben ist, fand während der heiligen Messe beim Offertorium statt und enthielt drei Bestandtheile, nämlich die Verlesung und Unterschrift der petitio, mit der zugleich seitens der Reichen die eidliche Erklärung, dem Oblaten nichts mehr zukommen zu lassen, und der Enterbungsact verbunden war; die Darbringung eines Opfers, gewöhnlich von Brod und Wein, die der Knabe sammt der petitio dem celebrirenden Priester überreichte, und die Einwicklung der Hände des Oblaten in die palla altaris, d. h. das oberste Altartuch, nebst Übergabe des Kindes an den Vorstand des Klosters. Gewöhnlich folgte gleich darauf auch die Einkleidung und Tonsurirung der Kleinen. Die Einhaltung dieser Solemnität war zur Gültigkeit nothwendig. Die spätere formelle Profeß der Oblaten unterschied sich von der anderer Novizen bloß dadurch, daß die Segnung und Einkleidung unterblieb. 3. Die Erziehung der Oblaten war nach trefflichen pädagogischen Grundsätzen eingerichtet und namentlich durch völlige Absonderung von den Mönchen außerhalb des Chors, durch strenge und doch väterliche Zucht seitens der eigens aufgestellten Magistri (auch Praepositi, Decani, Seniores genannt), welche die Ruthe und andere Strafen nicht sparten, und durch einen guten wissenschaftlichen Unterricht (vgl. Katholik XVI, 1857, 314 ff.) charakterisirt. In der Nahrung wurde das zarte Alter berücksichtigt, sonst machtne die kleinen Mönche so ziemlich das ganze Klosterleben, den nächtlichen Chor eingeschlossen, mit.

III. Würdigung des Oblateninstituts. Die Sitte der Kinderoblation gründete wenigstens ursprünglich einestheils in der hohen Werthschätzung des priesterlich-klösterlichen Standes, die es frommen Eltern als ein Glück erscheinen ließ, eines ihrer Kinder ihm zu weihen und ihr Theuerstes Gott zum Opfer zu bringen, anderntheils in dem Nutzen, den die Einrichtung durch frühzeitige Angewöhnung an das Mönchsleben und durch Sicherung unschuldiger Sitten dem Orden bot. Das Oblateninstitut war also an sich durchaus zweckmäßig und ist durch die Billigung der Kirche, das Urtheil vieler großen Lehrer, durch seinen fast tausendjährigen Bestand und durch herrliche Früchte gerechtfertigt. Das förmliche zwangsweise Einstecken, z. B. von königlichen Prinzen (Thomass. l. c. II, 1, c. 27, n. 5), und simonistische Mißbräuche bilden Ausnahmen (vgl. Migne, PP. lat. CLXXIII, 207 sq.). Der allmälige Zerfall ging hervor aus der Nichtbeobachtung der nothwendigen Cautelen gegenüber der thatsächlichen Gefahr, welche das unreife jugendliche Alter der Oblaten bot. Wenn die Frage, ob für Minderjährige durch fremde oder eigene Oblation eine wirkliche Verpflichtung erwachse und ob dieselben zu einer gültigen Ordensprofeß befähigt seien, nach heutigem Kirchenrecht entschieden verneinend gelöst wird (vgl. Conc. Trid. S. XXV, c. 15 De reg.), so involvirt dieß gemäß dem Axiom Distingue tempora et concordabis jura keine Inconsequenz. Die Kirche lehnt ihre Rechtslehre mit Festhaltung der unwandelbaren Normen des Glaubens und der Sitte an die herrschenden Rechtsanschauungen und die darauf fußenden Institutionen und Gewohnheiten der Völker an. Die frühere Ansicht von der absoluten Verbindlichkeit der Oblation basirte auf der aus dem römischen Recht in die lateinische christliche Welt herübergenommenen übermäßigen Ausdehnung der paterna potestas und erhielt sich, bis durch den Einfluß des germansichen Rechtes die freiere Anschauung mehr und mehr Boden gewann und schließlich auch in das Kirchenrecht überging. Eine Wiedereinrichtung des Oblateninstituts in der alten Form scheint darum heutzutage ausgeschlossen. Doch findet sich eine Art Analogie zu dem alten Oblateninstitut in den heute mit manchen Orden und Congregationen verbundenen (apostolischen) Missionsschulen. (Vgl. noch Du Cange, Dict. med. et inf. latin. s. v.; Petr. Gallade, Puer Religioni Oblatus, Heidelberg. 1759; Bened. XIV, De Synod. Dioec. 6, 3; Thomassin, Vet. et nov. Eccl. disc., bes. I, 3, 53 sqq.; Studien über die Klöster des Mittelalters. Aus d. Englischen von A. Kobler, Regensburg 1867, 287 ff.; J. N. Seidl. Die Gottverlobung von Kindern, München 1872 [mit reicher Literaturangabe]; G. Heigl, Die weltlichen Oblaten des hl. Benedictus, in Studien und Mittheilungen aus dem Benedictiner- und dem Cistercienserorden VI, 2, 1885, 349 ff.; IX, 1888, 628 ff.; Messager des fidèles, petite revue bénédictine, Maredsous, 1886–1887, bes. 156 ss. 209 ss.)

B. Die erwachsenen (weltlichen) Oblaten der Klöster. Oblati (Conconati, Donati, zuweilen auch Conversi genannt) hießen ferner solche Erwachsene, welche auf verschiedene Weise in einen nähern Verband mit einem Orden oder Kloster traten und dadurch mehr oder weniger an dessen Gebeten, guten Werken, Privilegien und Rechten theilnahmen. Solche Oblaten waren zum Theil Weltleute, die ihr Hab und Gut dem Kloster hingaben, um dann selbst Mönche oder Laienbrüder, gewöhnlich mit einer leichtern Disciplin, zu werden. Allein die eigentlichen weltlichen Oblaten definirt das Conc. Lat. IV, c. 57, als confratres … qui vel adhuc manentes in saeculo eorum ordini sunt oblati mutato habitu saeculari vel qui eis (den Mönchen) inter vivos sua bona dederunt, retento sibi, quamdiu in saeculo vixerint, usu fructu, d. h. es waren entweder solche Laien, namentlich Adelige, welche eine Schenkung mit oder ohne Vorbehalt des Nutznießungsrechtes unter der Bedingung machten, daß man sie, sobald sie es verlangten, in’s Kloster aufnehmen, oder solche, welche sich zu gewissen Dienstleistungen an’s Kloster verpflichteten oder gar sich selbst (oft mit ihrer ganzen Familie) als Hörige nach Art der Leibeigenen unter die Botmäßigkeit des Klosters stellten und von diesem Nahrung und Kleidung bezogen. Letztere hießen dann Oblationarii (Donati), Hospites oder auch Offerti. In späterer Zeit beschränkte sich diese Oblation auch wohl darauf, daß die Oblaten unter die besondere geistliche Leitung des Abtes traten und durch Eifer in Vertheidigung der Rechte und Interessen des Ordens oder durch Wohlthaten ihre Ergebenheit und Anhänglichkeit an den Orden oder das Kloster bewiesen. In dieser Weise ist das Institut in dem zur cassinensischen Congregation gehörigen Benedictinerkloster zu Afflighem wieder eingeführt (s. P. G. Heigl a. a. O. VI, 2, 349 ff., wo auch der Unterschied zwischen den Oblaten und den Tertiariern des Franciscanerordens dargelegt ist). Als äußeres Zeichen der Angehörigkeit zum Orden und als Ausdruck der abgelegten weltlichen Gesinnung (morum conversionem habitus mutatio designat) trugen die weltlichen Oblaten im Mittelalter, in Italien auch noch in den letzten Jahrhunderten, das Ordenskleid; die veränderten Zeiten reducirten dasselbe auf ein Scapulier u. dgl. (Über den schönen Ritus der Oblation und die verschiedenen Formeln und Formen s. Du Cange s. v. Oblati Monasteriorum.)

[Huonder S. J.]


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