Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Obsequiale kommt in der mittelalterlichen Kirchensprache entsprechend dem spätlateinischen obsequiare (obsequium, obsequiae) hauptsächlich in zwei Bedeutungen vor. Obsequiare heißt nämlich gleich obsequi s. v. a. famulari, und das obsequium ecclesiasticum entspricht genau dem deutschen »kirchlicher Dienst«. Obsequiale ist demgemäß die Ordnung dieses kirchlichen Dienstes, sowie das Buch, welches diese Ordnung angibt, soviel wie Agende (s. d. Art.). Im engern Sinne aber heißt obsequium (obsequiae = exsequiae) der »Todtendienst«, d. h. das Begräbniß und Todtenofficium sammt Seelenamt; danach ist Obsequiale speciell auch der Ritus und das Rituale für die kirchliche Begräbnißfeier. (Vgl. Du Cange s. v. Obsequiae etc.)

[A. Esser.]


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