Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Philumena, Philomena, Filomena, eine heilige Jungfrau, deren Reste nebst dem früher unbekannt gewesenen Namen am 2. Mai 1802 zu Rom in der Katakombe der hl. Priscilla an der salarischen Straße aufgefunden wurden. Da die beigegebenen Zeichen keinen Zweifel über die Wirklichkeit und die Art ihres Martyriums ließen, so bewarb sich ein frommer Priester Francesco di Lucia um den Besitz der kostbaren Reliquien und erhielt sie für die Pfarrkirche seines Geburtsortes Mugnano im Neapolitanischen zugesprochen. Er brachte sie 1805 erst nach Neapel, dann an ihren Bestimmungsort; dort wurden sie im August jenes Jahres niedergelegt. Schon zu Neapel, wo sie drei Tage blieben, noch mehr aber zu Mugnano geschahen und geschehen vor diesen Heiligthümern so zahlreiche und auffallende Wunder, daß der Name der Heiligen bald in ganz Italien und weit über dessen Grenzen hinaus bekannt und angerufen wurde. In Frankreich war es besonders der gottselige Pfarrer Vianney von Ars, der die Verehrung der heiligen Jungfrau verbreitete. Dieselbe ward bald der katholischen Welt so allgemein, daß Gregor XVI. ein Officium und eine Messe ihr zu Ehren bewilligte und den 11. August zu ihrem Festtag bestimmte. Man nennt sie gern die »Wunderthäterin des 19. Jahrhunderts«. Von den Lebensumständen der Heiligen ist nichts bekannt. Zwar sollen dieselben drei verschiedene Personen unabhängig von einander und ganz übereinstimmend offenbart worden sein; nach denselben wäre Philomena eine griechische Fürstentochter gewesen und in der diocletianischen Verfolgung überaus grausam gemartert worden. Allein weder innere Wahrscheinlichkeit noch kirchliche Bestätigung lassen die geschehenen Mittheilungen glaubhaft erscheinen, und man muss sich begnügen, in der heiligen Jungfrau eine der unzähligen Fürbitter zu besitzen, deren Verdienste nur dem allwissenden Gott bekannt sind. (Vgl. Sintzel, Verehrung der hl. Filomena, München 1844; Nelk, Die hl. Filomena, 4. Aufl., Regensb. 1895.)   Eine andere Jungfrau Philumena erwähnt das römische Martyrologium am 5. Juli (AA. SS. Boll. Jul. II, 229).

[Kaulen.]


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