Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Quästionen (quaestiones) nennen sich neben den Summen, Commentaren, Glossen u. s. w. der mittelalterlichen gelehrten Literatur gewisse Abhandlungen über einzelne Sätze oder Fragen der scholastischen Theologie und des canonischen Rechtes, welche zunächst das schriftlich zusammengefasste bzw. vom Lehrer erweitere Resultat der vorgeschriebenen Disputationen und Schulübungen waren. Bei den Scholastikern finden sich solche quaestiones sowohl mit dem Zusatz disputatae wie de quolibet (über den ursprünglichen Unterschied beider s. d. Art. Quodlibeta). Die Canonisten pflegten vielfach ihren derartigen Schriften einen Beinamen zu geben nach dem Wochentage, an welchem sie ihre Disputationen regelmäßig abhielten. In diesem Sinne spricht man von Quaestiones Dominicales et Veneriales des Bartholomäus von Brescia (s. d. Art.), Questiones Mercuriales des Johannes Andreä (s. d. Art.) u. s. w.

[A. Esser.]


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