Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Sacrarium heißt in der Sprache des christlichen Alterthums das Sanctuarium der Kirche, in der des Mittelalters derjenige Theil der Kirche welcher zur Bewahrung der heiligen Geräthe und Paramente bestimmt ist (s. Ducange, Glossarium s. v.). Das Concil von Trient (Sess. XIII, cap. 6 und can. 7) nennt Sacrarium den Raum, in welchem die heilige Eucharistie aufbewahrt wird, der jetzt in der Regel Tabernakel heißt. Die liturgischen Bücher seit dem Tridentinum bezeichnen mit Sacrarium zumeist eine Vorrichtung, welche dazu dient, das Wasser von liturgischen Ablutionen und die Reste oder die Asche verbrauchter geweihter Sachen aufzunehmen. Dieselbe wird bald in Form einer dem Taufstein ähnlichen kleinen Säule, bald als Mauernische (fenestella) construirt, welche mit einer in den Bodengrund führenden Abzugsröhre versehen ist, zumeist aber ist sie als kleine Senkgrube in dem Boden der Kirche oder der Sakristei angelegt und mit einer beweglichen, in der Mitte durchbrochenen Steinplatte verschlossen. In der Unterweisung, welche der Subdiaconatsweihe vorhergeht, nennt das Pontificale diese Vorrichtung baptisterium, weil sie zunächst an der Taufstätte erforderlich ist; die Bezeichnung piscina, im Pontificale auch piscina sacrarii, rührt gleichfalls vom Taufbrunnen her. Über die Anlage und Einrichtung des Sacrariums vgl. G. Jakob, Die Kunst im Dienste der Kirche, 4. Aufl., Landshut 1885, 240 f. 265, Anm. 1, und J. Gerhardy, Praktische Rathschläge über kirchl. Gebäude, Paderborn 1895, 203.

[K. Schrod.]


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