Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Sacristei (im Missale sacristia, im Pontificale sacristia und sacrarium) heißt der abgeschlossene Raum an oder in der Kirche, in welchem die liturgischen Geräthe und Paramente aufbewahrt werden und die Geistlichen sich auf die gottesdienstlichen Functionen vorbereiten. Im Alterthum dienten als Gewand- und Schatzkammern Räume im Innern der Basilika in der Nähe der Apsis, διακονικόν, σκευοφυλάκιον, γαζοφυλάκιον, secretarium, auch sacratorium, mutatorium und metatorium, salutatorium genannt. Der Gebrauch des Alterthums, daß der Bischof für die feierliche Messe sich am Altare oder in dessen Nähe ankleidete, ist im Pontificale und im Cerimoniale Episcoporum auch jetzt noch festgehalten. An den aus dem Mittelalter stammenden Kirchen sind die Sacristeianlagen (Almereien, Ger- oder Treskammern) gewöhnlich spätere An- oder Einbauten, die bald an der Nord-, bald an der Südseite und regelmäßig in der Nähe des Hochaltares angebracht wurden. Seit dem Ausgange des Mittelalters wurde auch bei kleineren Kirchen die Sakristei als ein durch das Bedürfniß gefordertes Nebengebäude in den Bauplan einbezogen. Von besonderem Einfluß scheinen hierbei die sehr eingehenden Weisungen des hl. Karl Borromäus (Instructiones fabr. eccl. 1, 28 [Acta Eccles. Mediolan., Paris. 1645, 206 sqq.]) gewesen zu sein. Die Consecration oder Benediction einer Kirche berührt die Sakristei nicht; sie ist nicht locus sacer im canonischen Sinne. Über die Einrichtung und Ausstattung der Sacristei vgl. Raym. Antonii Instructio pastoralis 8, 1 (ed. Eyst. 1877, 116 sq.); G. Jakob, Die Kunst im Dienste d. Kirche, 4. Aufl., Landsh. 1885, 241 ff.; J. Gerhardy, Praktische Rathschläge, Paderborn 1895, 25 ff. – In größeren Kirchen ist die Sorge für die Sacristei einem der der Kirche adscribirten Priester übertragen, der seit dem Mittelalter den Titel sacrista führt; Sacristan wird aber auch der Laie genannt, der als Küster (s. d. Art. Custos, n. II) die Ausstattung der Kirche zu bewahren und die Zurüstungen für den Gottesdienst zu besorgen hat.

[K. Schrod.]


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