Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




[Bd. 11, Sp. 1885]Torquemada, Thomas von, O. Pr., spanischer Inquisitor, stammte aus der nämlichen Familie, welcher Johannes von Torquemada (s. d. vor. Art.) angehörte. Er wurde im J. 1420 zu Valladolid geboren und war, nachdem er in den Dominicanerorden getreten, 22 Jahre lang Prior des Klosters von Segovia. Seine Berühmtheit verdankt er seiner Stellung als Inquisitor. Durch Ferdinand und Isabella die Katholischen wurde im J. 1478 die Inquisition (s. d. Art. VI, 774) in Spanien wieder hergestellt. Im J. 1482 wurden den ersten Inquisitoren einige Adjuncte beigegeben, und Torquemada, der sich unter denselben befand, that sich sofort in dem Maße hervor, daß er schon im J. 1483 zum General- oder Großinquisitor in Castilien und Aragonien ernannt wurde. Von ihm rührt auch die Organisation des heiligen Officiums in Spanien her. Er errichtete vier Tribunale, in Sevilla, Cordova, Jaen und Villa Real (bezw. Toledo, wohin das letztere später verlegt wurde), und gab dem Institut seine Verfassung. Gegen Ende seines Lebens zog er sich in das Kloster von Avila zurück, wo er am 16. September 1498 starb. (Vgl. Quétif- Echard, Scriptt. O. Pr. I, 892; Nouv. biogr. gén. XLV, 499–503; Gams, Kirchengesch. von Spanien III, 2, Regensb. 1879, 22 ff.; E. de Molènes, Documents inédits. Torquemada et l’inquisition etc., Paris 1897.)

[v. Funk.]


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