Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Tumba heißt zunächst die Erhöhung des Bodens, welche bei der Auffüllung einer Grabes über dem Sarge sich bildet, der Grabhügel, dann das steinerne, zumal über dem flachen Erdboden oder Bodenbelag erhöhte Grab, das Hochgrab (Sarkophag, Cenotaph); in den liturgischen Büchern bedeutet Tumba, wie die mehr gebrauchten Bezeichnungen castrum doloris, lectus und lectica mortuorum, den Katafalk, die Scheinbahre, welche zumeist mit einem Bahrtuche verhüllt wird und einem erhöht aufgestellten Sarge ähnlich ist. Dieses Gerüst, das bei dem Gottesdienst für Verstorbene vor dem Chore steht, an beiden Langseiten mit brennenden Kerzen umgeben und mit den etwaigen Standes- oder Familieninsignien der Verstorbenen geziert wird, soll die Leiche vergegenwärtigen. Bei der Absolution (s. d. Art. I, 129) werden an der Tumba die Fürbitten gesprochen sowie die Aspersion und Incensation so vorgenommen, als wäre dort die Leiche selbst aufgebahrt. – In Süddeutschland ist Tumba auch der herkömmliche Name für das Gehäuse, in welches am Gründonnerstag die für den Gottesdienst des Charfreitags consecrirte Hostie beigesetzt wird.

[K. Schrod.]


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