Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Vorabend eines Festes heißt im Deutschen vielfach der einem Feste vorangehende ganze Tag, indem das Wort gleichbedeutend mit Vigil (s. d. Art.) gebraucht wird. Andererseits ist »Vorabend« auch die Zeit von der ersten Vesper eines Festes an bis zum Beginn des Festtages um Mitternacht. Von praktischer Bedeutung ist der Unterschied namentlich bei den Ablaßbewilligungen, weil allen oder einzelnen zur Gewinnung des Ablasses erforderlichen Bedingungen schon am »Vorabende« des betreffenden Tages genügt werden kann. Der lateinische Wortlaut des Verleihungsdecretes läßt dann keinen Zweifel, ob damit der ganze vorhergehende Tag oder nur der Spätnachmittag gemeint ist, während der in den Übersetzungen manchmal angewandte Ausdruck »Vorabend« mißverständlich sein kann.

[Bendel.]


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