Das ist ein Artikel aus Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon.




Ysop (אֵזוֹב, ὕσσωπος), im Alten Testamente Name eines Gewächses, das als eine der kleinsten und gewöhnlichsten Pflanzen der stattlichen Ceder auf dem Libanon entgegengestellt wird (3 Kön. 4, 33). Die äußere Gestalt derselben scheint besenartig gewesen zu sein, da die Pflanzenbüschel als Sprengwedel bei rituellen Verrichtungen dienten (Ex. 12, 22. Num. 19, 18. Hebr. 9, 19); daher steht die Besprengung mit Ysop als Bilder innerlichen Entsündigung (Ps. 50, 9). An einigen Stellen (Lev. 14, 51. Num. 19, 6) muß die Pflanze gleich dem Cedernholz als wohlriechend gedacht werden. Sowohl diese Eigenschaften als die Ähnlichkeit des Namens weisen auf die in Europa und Vorderasien weit verbreitete Pflanzengattung Hyssopus L. hin, deren häufigster Vertreter der aromatisch riechende Hyssopus officinalis ist. Diese Pflanze ist ein Halbstrauch von einem halben bis zu einem ganzen Meter Höhe, dessen Stengel später holzig und trocken werden, so daß der hl. Johannes im Evangelium (19, 29) recht gut einen solchen Ysopstengel als Träger des Schwammes bezeichnen konnte, der dem Heiland an das (niedrig zu denkende) Kreuz hinaufgereicht wurde. (Vgl. Celsii Hierobot. I, 407; Fonck, Streif. durch die bibl. Flora [Bibl. Studien V, 1], Freib. 1900, 105 ff.)

[Kaulen.]


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